Eine religiöse Gruppe plant den Ragnarök, den Weltuntergang in der nordischen Mythologie und nur die Götter Asgards können helfen. Doch die Menschen auf der Erde glauben nicht mehr an die Götter und deswegen können diese auch nicht eingreifen, um das fatale Schicksal abzuwenden. Um den Glauben an Götter wieder zu stärken, verhelfen sie Grant Farrel zu Fähigkeiten des Donnergottes Thor. Ausgestattet mit diesen und einer "Iron Man"-ähnlichen Ausrüstung kämpft er als Superheld Thunderstorm gegen Verbrechen und das Böse auf der Erde.
Ist es eigentlich moralisch verwerflich demjenigen, der mir ein Fünferpack DVD´s in Ebay verkauft hat unter dem sich auch dieser Film befand, nachträglich zu wünschen Thor´s Hammer möge ihm quer dort einfahren, wo die Sonne nicht hinscheint? Seit 2011 die Hollywood Variante des nordischen Donnergottes das Licht der Kinos erblickte, gibt es zahlreiche Möchtegern-Filmmacher die daraus mit einem schnellen Nachzieher billige Dollars abstauben wollen. Normalerweise ist das ja der Job von the Asylum, aber die schienen mit diesem Werk hier wirklich nichts zu tun gehabt haben, sondern eine Truppe namens Tom Cat und danach weiß man erst, wie qualitativ hochwertig doch solche Asylum Werke wie Transmorpher, Krieg der Welten 2 oder Titanic 2 doch wirklich waren.
Oder mal andersrum gefragt kennt jemand die deutschen Amateuhorrorschmodderer Jochen Taubert oder Timo Rose? Selbst die Outputs dieser Herren liegen meist oberhalb dieses Katzenschisses aus Kanada und Gott oder Odin allein wissen, warum solch ein Krampf eine internationale Vermarktung bekommen haben. Das Cover verkündigt dazu noch großmäulig "Ein Muß für alle Fans von Comicverfilmungen wie Iron Man, Hulk oder Spiderman". Ich glaub ich verabreiche den Hammer hinten quer doch lieber dem Texter des Covertextes.
Dabei hätte man aus der Grundstory ja schon etwas anfangen können. Ein paar Fieslingen wollen mithilfe eines Drachenkreuzes Hel beschwören und die Götter von Asgard alarmieren Thros Urenkel auf Midgard (also unserer Erde) sich dem Bösen entgegenzustellen. Klingt alles ja toll episch und so, ist aber in der Realitäts dermaßen billig an allen Fronten produziert, das ich das Budget maximal im hohen vierstelligen Bereich taxieren würde.
Das geht schon am Anfang mit dem Erzähler los, der sich minutenlang ein Wolf labert, während im Star Wars Scrollstil der ganze Murks auch noch visuell vorbeiläuft. Spätestens bei den Sets und Kulissen weiß man dann, was die Stunde geschlagen hat. Die Akteure spielen meist vor einer leeren Wand, die vermutlich zu den Hotels oder Wohnungen der Crew gehören. Man achte da nur mal auf die Innenausstattungen dessen, was man uns als Krankenhaus verkaufen will und lache sich tot, oder nehme Thors Hammer und schiebe ihn der Crew....., sorry ich wiederhole mich offensichtlich.
Beinahe noch komischer sind die Requisiten. Man achte mal wie locker alle den angeblich mächtigen Hammer (der hoffentlich vorher wieder gereinigt wurde) in der Hand halten. Wenn das mies angemalte Prop mehr als 200 Gramm wiegt, möge mich Thors Blitz treffen. Das zweite Requisit (mehr gibts im ganzen Film auch nicht) ist der Superkräfteanzug unseres Helden, der aussieht wie bei den Power Rangers geklaut und den Brustpanzer des neuen Batmans kopiert. Da der Film sich ansonsten sehr ernst nimmt, sind diese Dinger das einzige was zu schweren Lach- oder Brechanfällen anregt.
Billig ist das Stichwort. Alles was hier ein gewisser Brett Kelly in schlechter Multitasking Eigenregie auf die Beine gestellt hat schreit nach Unterfinanzierung. Die Darsteller kennt kein Mensch und das ist auch gut so und darf gerne so bleiben. Die Handlung findet zu 90% Indoor statt, nix mit Massenschlachten, Fantasywesen oder Herr der Ringe Lanschaften. Die Krönung der Zuschauerverarsche ist ein fliegender Drache der sich nicht mal bewegen kann und wäre ich jetzt Requisitenverwalter der Augsburger Puppenkiste würde ich gleich mal Inventur machen, da haben unsere lieben Kanadier bestimmt einige Sachen entwendet.
Leider ist auch aus Trash Sicht hier wenig zu holen. Oft kann man sich zwar über die gezeigte Unfähigkeit aller Beteiligten noch amüsieren, aber mit fortschreitender Laufzeit überwiegen einfach die Schmerzen. Mir fällt echt nix ein, was ich hier positiv erwähnen könnte. Es ist alles unterster Amateurschund, was ich mir von Studenten einer Filmhochschule als Feldversuch noch gefallen lassen würde, aber als professionell vermarktetes Produkt, bei dem ich dem Händler Geld für abdrücken muß, ist der in silberne Scheibe gepreßte Dünnpfiff schlicht untragbar.
1/10