kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 22.09.2013
Eigentlich soll man bei Kinderfilmen ja nicht so kritisch sein mit dem Verhalten der Figuren; bei dieser Jim-Carrey-Chose, dessen subversiver Gehalt darin liegt, Geschäftsmänner in schwarzen Anzügen als Pinguine zu entlarven (nicht umsonst ähneln die Geschäftspartner Carreys in ihrer Erscheinung den antarktischen Seevögeln), fällt das absonderliche Verhalten nicht nur der Hauptfigur, vor allem seines Umfelds stark auf. So scheint es die Familie gar nicht zu stören, dass Carrey in seinem Luxus-Apartment sechs Pinguine hält – kein Wort darüber, dass die Haltung nicht artgerecht sein kann.
Bemerkenswert dann auch, dass der Zoowärter letztlich als Bösewicht gezeichnet wird, nachdem er versucht, die Vögel aus der ungeeigneten Umgebung zu befreien. Und so nimmt der Film immer absonderlichere Bahnen an, bis er die Haltung exotischer Tiere im eigenen Heim geradezu bewirbt (die als vernünftig gezeichnete geschiedene Frau und Mutter seiner Kinder, um die Carrey genreüblich in einem Nebenstrang wirbt, ist geradezu enttäuscht, als der Familienvater gerade zur Vernunft gekommen scheint und sein Apartment wieder vogelfrei gemacht hat). Was „Findet Nemo“ als unbeabsichtigten Nebeneffekt mit sich brachte, forciert „Mr. Poppers Pinguine“ geradezu, und Tierschützern, denen sich bei der kurzlebigen Begeisterung für Clownfische schon der Magen umdrehte, werden hier wohl Zeter und Mordio schreien. Da Pinguine nicht so einfach zu beschaffen sind, hält sich die Problematik wohl in Grenzen, dennoch fragt man sich irgendwo, ob die Macher einen an der Waffel haben.
Davon abgesehen bleibt die übliche Carrey-Slapsticknummer mit animierten Watschlern, deren Verhalten mal bemühte, dann aber auch schon mal natürliche Lacher hervorbringen.
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