"Tanz der toten Seelen" ist ja ein Klassiker, auch wenn ihn manche immer noch nicht kennen, da liegt ein Remake nahe. Braucht natürlich kein Mensch und die Pointe muß auch wieder dieselbe sein. Die will ich für meinen Teil hier mal nicht verraten, andererseits ist sie hier mehr als offensichtlich.
Die simple Story von der Überlebenden eines Unfalls, die plötzlich unheimliche Visionen hat und von seltsamen Figuren verfolgt zu werden scheint, wurde in der modernen Fassung noch um einen Kinderschänder/Vergewaltiger/Mörder erweitert, die Heldin hat nen Schuldkomplex und aus dem alten Hotel in der Einöde ist ein Jahrmarkt am Hafen geworden.
Was den sonst handwerklich einigermaßen brauchbaren Film allerdings derbe reinreißt, ist seine verworrene erzählerische Linie und der damit verbundene katastrophale Schnitt. Die zum Verständnis nötigen Anschlüsse fehlen beinahe überall, wenn Visionen und Ortswechsel dauerhaft ineinander übergehen. Da braucht der Zuschauer schon viel Geduld und Ruhe, die wenigen wirklich gelungenen inszenatorischen Einfälle auszumachen.
Leider ist schon nach einem guten Drittel Laufzeit klar, was hier vermutlich geschehen ist, denn die Story stößt uns mit ihrer Feuchtigkeit mehrfach mit der Nase darauf. Damit ist der Clou dann auch am Ende schon flöten gegangen. Da uns ferner ein brauchbarer Höhepunkt fehlt, das ständige Auftauchen eines an einen "Cenobiten" gemahnenden monströsen Bleichlings nie erklärt wird und der unheimliche Serientäter so gefährlich wie ein Goldhamster wirkt, bleiben nur ein paar für sich stehende atmosphärische Bilder, die einen Hauch von Kribbeln verursachen.
Ein wirres Ding, daß leider mit seinem Original in keiner Phase mithalten kann, aber auch nicht der absolute Abgrund von Horrorfilm ist. (3/10)