In der Fantasy-Literatur werden Orks überwiegend als grob, blutrünstig und unzivilisiert beschrieben, ähnlich wie in Tolkiens „Herr der Ringe“. Obgleich ihr Ursprung bis weit ins Frühmittelalter zurückreicht und sich recht unterschiedliche Beschreibungen der Kreaturen finden, haben sie fast alle eins gemein: Sie sind abgrundtief böse und kämpfen ohne Rücksicht auf Verluste. Das greift Regiedebütant James MacPherson auf, um in einem Nationalpark zwei Ranger gegen die Truppe der Orks antreten zu lassen.
Von vornherein schlägt die Erzählung einen lockeren Ton an, der seine Figuren nie zu ernst nimmt und ihnen genügend Raum für dumme Sprüche und merkwürdige Gesichtsausdrücke bietet. Von daher erscheinen einem der Träumer Cal und sein neuer Auszubildender Hobi rasch sympathisch, sie bilden ein gut funktionierendes Buddy-Gespann mit einigen unangemessenen Verhaltensweisen wie Drogeneinnahme und entwerfen phasenweise einen witzigen Kontrast zum üblichen knallharten Bild eines typischen Rangers.
Von den Orks sieht man hingegen einige Zeit nichts, außer der Egosichtweise mit infrarotartigen Grüntönen. Etwa nach einer halben Stunde treten die affenartigen Typen mit Ritterhelm, Speeren und Lanzen in Erscheinung und erst später sieht man einige wenige grüne Gesichter. Die zweibeinigen Viecher grummeln die meiste Zeit und trommeln in der Ferne, was Cal auf Dauer ziemlich auf den Geist geht. Trotz ihrer Schutzkleidung sind sie recht leicht außer Gefecht zu setzen, da reicht oft ein simpler Pfeilschuss und ein deftiger Hieb auf den Körper. Allerdings sind die Kerle recht zahlreich vorhanden, was die Gegenwehr mit ausgehender Munition zusehends erschwert.
Leider gibt es insgesamt wenig Blutvergießen und nicht allzu viele Gewaltszenen. Im Vorfeld schnappen sich die Orks einige Touristen im Park und ein paar jugendliche Camper, doch bis auf einen abgetrennten Kopf sind direkte Ableben zunächst nicht auszumachen.
Auch während der Verteidigungsoffensive laufen etwaige Gegenschläge, trotz übermäßigem Einsatz von Zeitlupe recht moderat ab, jedoch ist das Tempo im letzten Drittel angenehm hoch und mit einigen spannenden Szenen versehen, etwa, als man durch einen Schutzkeller in einen schmalen Schacht robben muss oder die Verbarrikadierung zu bröckeln droht.
Aus der wahrlich simplen Prämisse wurde insofern eine Menge herausgeholt, als dass eine latent heitere Stimmung herrscht, zu jeder Zeit Raum für kleine Gags am Rande bleibt und eine Handvoll sympathischer Figuren im Mittelpunkt steht.
Trash-Fans könnten demnach einen Blick riskieren, denn mit einer kurzen Laufzeit von gerade einmal 76 Minuten und einem insgesamt passablen Erzähltempo ist ordentliche Monster-Unterhaltung auf jeden Fall gegeben.
6 von 10