Den Regisseur Naoyuki Tomoatsu kennt man eher von einer Reihe von diversen sehr unkonventionellen und kruden Hardcore Streifen und nun legt er mit dem Film mit dem interessanten, aber dennoch simplen Namen EROTIBOT einen ebenso ungewöhnlichen Film im Sinne der Darstellung, Story, Schauspieler und Look vor.
Asia-Horror Trash Fans werden ihn wohl vor allem von dem Girlie-Zombiestreifen STACY oder auch EAT THE SCHOOLGIRLS kennen. Beide kenne ich auch und kann berichten, dass diese zwar wirklich keine Meisterwerke sind aber trotzdem - für hartgesottene Trashfans - eine wirklich sehbare Mischung aus kompromisslosen Splatter, kruder Erotik und typisch japanischem Overacting bieten.
Tamayo, die Tochter eines reichen Industriebosses wird mit allem möglichen Luxus verwöhnt und beschützt. Dazu dienen insbesondere mehrere Androiden die mal harmlos Badminton mit ihr spielen, aber unter anderem über einen sogenannten Schlafzimmermodus verfügen. Eine andere Verwandte, Tsukivo, die nichts von diesem Luxus erhalten soll will sich rächen....
Inhaltlich kann man eigentlich nicht mehr sagen, da das ganze erwartungsgemäss sehr chaotisch abläuft. Das ganze wird untermauert durch eine bunte und künstliche Welt und wahre Blutfontainen (auch mal in weiss) gehören zum Standard. Die chauvinistischen Sexszenen selbst sind sehr offenherzig aber überschreiten nicht die Grenze zum Expliziten im Kontext des von ihm sonst beackerten Genres. Immerhin spielt mit Maria Ozawa als Tsukiyo ein Profi aus dem Pornogeschäft mit.
Dazwischen immer harter und schneller Trashmetal und später dann eine stark studiolook-geprägte Geisha- und Fushiyama-Optik und die üblichen japanischen Rituale und Symbole mit hölzernen Dialogen. Auch bekommen wir Badeszenen zu sehen deren unbeholfene Darstellung und Dialoge schon wieder an 70er Jahre Sexklamotten aus unserem Kulturkreis erinnern. Sexszenen mit dem "Butlerdroid" erinnern wiederum an Aufklärungsfilme der gleichen Epoche. Ganz am Ende dann wieder ein Hauch Torture Porn mit dann noch heftigen Splatterszenen. Ein Happy End ? Geneigter Seher: lassen Sie sich überraschen!
Wirklich bahnbrechende Ideen werden nicht präsentiert, hier und da kommt sogar Langweile auf. Der Film hat nicht Tempo, Splattergewitter oder hochwertige Ausstattung eines MACHINE GIRL oder auch TOKYO GORE POLICE. Für Freunde des experimentellen Films aller Art ein Augenschmaus, extreme Gorehounds kommen nicht auf ihre Kosten.
Zumuten würde ich den Film insbesondere Asia-Liebhabern die mit der speziellen, für uns hölzern und kindisch wirkenden Schauspielerkunst etwas anfangen können. Um die authentische Atmosphäre zu geniessen sollte der Film im Original mit Untertiteln genossen werden.
5/10 Punkten
Die DVD hat eine ansprechende Bild- und Tonqualität, im einzelnen:
DVD Daten;
71 min.,
Bild: 16:9 (1,78:1)
Ton: Deutsch DD 5.1 und Dolby Digital 2.0
Japanisch Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0
Untertitel: Deutsch
Extras: Trailer, Interviews, Trailershow