In ihrem zweiten Kinoabenteuer geht es hoch her für den Rennwagen Lightning McQueen und seinen schrulligen Freund, den Abschleppwagen Hook: Während sie an einem internationalen Grand Prix mit einem neuen ökologischen Treibstoff teilnehmen, gerät Hook unversehens - und trotz seiner tollpatschig-naiven Art - in ein gefährliches Agentenunternehmen. Irrtümlich für einen US-Spion gehalten, muss er nicht nur mit britischen Geheimdienst-Autos zusammenarbeiten, sondern am Ende sogar seinen besten Freund vor dunklen Machenschaften retten.
Nachdem der Pixar-Film "Cars" um sprechende Autos ein ansehnlicher Erfolg geworden war, musste bald eine Fortsetzung her. Auf dem gewohnten technisch hohen Niveau erzählt "Cars 2" eine konsequente Parodie auf Agentenreißer à la James Bond, voller Anspielungen und Insider-Gags. Trotzdem bleibt angesichts dieser teilweise düsteren Story der Humor im Vergleich zum ersten Teil etwas auf der Strecke.
Das liegt hauptsächlich an der Schwerpunktverlagerung von Witz zu Action: Schon die Eingangsszene, in der das britische Agenten-Auto auf einem Schiff mit feindlichen PS-Horden kämpft, bietet zwar allerhand Anspielungen auf die berühmteste Agenten-Reihe der Welt, ist aber vorrangig mit rasanter Action vollgestopft: Riesige Explosionen, temporeiche Verfolgungsjagden und dramatische Kämpfe, eingefangen von einer extrem dynamischen Kamera und hoher Schnittfrequenz, erzeugen eine Geschwindigkeit, die schon nach wenigen Minuten schwindeln lassen kann. Überhaupt bewegen sich die zahlreichen, mitunter direkt aneinander gereihten Actionsequenzen hart am Rande der visuellen Reizüberflutung - wie es für so viele postmoderne Actionfilme üblich ist, lassen Kamera, Schnitt und Musik teils keine ruhige Sekunde zu. Dafür allerdings sind die Stunts selbst nicht so spektakulär, wie man es aus anderen Pixar-Hits kennt, und der Humor wird leider immer wieder für solcherlei Kampfszenen zurückgestellt.
Auch fällt die Story, wie üblich bei Pixar, einen Hauch zu platt und oberlehrerhaft aus, auch wenn die Botschaft an sich, dass auch Außenseiter an sich glauben sollten, sehr sympathisch ist. Und mit dem trotteligen Hook in einer deutlich zentraleren Rolle als noch im Vorgänger bleibt der Fokus hier auch auf einem wesentlich sympathischeren Helden, als es der immer wieder selbstverliebte Sportwagen McQueen ist.
Natürlich bietet "Cars 2" trotzdem alles, was man von einem Pixar-Animationsfilm erwartet: zahlreiche witzige Nebenfiguren, zumindest einige gute Gags, viel Action und Tricktechnik auf der Höhe der Zeit. Das macht es etwas leichter, auch Klischees zu verzeihen, etwa über fremde Länder wie Japan oder typische Geschlechterrollen. Diese werden hier zwar thematisiert, aber kaum gebrochen. Dafür bietet speziell der in Japan spielende Teil visuell beeindruckende und immer wieder überraschende Bilder.
Insgesamt bleibt die Fortsetzung ein gutes Stück hinter dem Original zurück, bietet zu wenig Humor, nicht ganz ausgewogene Action und eine etwas wirre Story, kann aber dank der sympathischen und aufwendig inszenierten Charaktere und des technisch hohen Niveaus trotzdem ganz gut unterhalten. Und für kleine und große Autofans ist die ganze Reihe ja sowieso ein Muss.