Review
von Leimbacher-Mario
Zombie-Bros before Hoes?
Zombie-Komödien sind keine neue Erscheinung, gab es gefühlt schon fast immer und gibt es mittlerweile von romantisch über trashig bis kultig, mit Nazisoldaten oder mit Liebeskummer, von „Shaun of the Dead“ über „Warm Bodies“ bis „Dead Snow“. Nur um mal die prominentesten Beispiele zu nennen und die enorme Bandbreite dieser nicht totzukriegenden Nische zu untermauern. Auch „DeadHeads“ will in dieser dichten Liga mitmischen und macht seine Sache viel besser, als es sein magerer Bekanntheitsgrad vermuten lassen könnte... Wir folgen einem etwas nerdigen Typen, der mitten in der Zombie-Apokalypse aufwacht - ebenfalls als Untoter! Doch er kann reden, denken, fühlen und sich an weite Teile seines Lebens erinnern. Nach Gehirn und Menschenfleisch scheint er auch nicht zu gieren. Zudem freundet er sich schnell mit einem ähnlich gesinnten Leidensgenossen an und die beiden schrägen, ungefährlichen (Nicht-)Beißer machen sich auf die Suche nach seiner großen Liebe, der er während Lebzeiten nie klarmachen konnte, was sie ihm bedeutet...
Ich sage es immer wieder: das Wichtigste bei Film ist, dass man die Figuren mag und mit ihnen mitfiebert, gerne Zeit verbringt, sie versteht und sie gewinnen sehen will, ihre Entwicklungen und Verbindungen nachvollziehen kann. Erst recht, wenn es um den Wiederspielwert geht. Und bei „DeadHeads“ findet man zwei wirklich sehr liebenswerte und süße Zombies vor. Mehr noch, wenn man ein paar Sidekicks (Cheese!!!) mitzählt. Wie sich die zwei Versager durch das Zombieleben schlagen und man den Spieß mal vom anderen Ufer des ewigen „Konfliktes“ Leben vs. Tod betrachtet, ist schon für sich genommen ein großer Spaß. Der Film kennt seine Vorbilder und Wegbereiter gut, stellt viele dieser Kopf, ohne den Respekt oder Hommagen an sie zu verlieren. Am ehesten ist der Film wohl als Mischung aus „Zombieland“ und „The Revenant“ zu beschreiben. Die Dialoge wirken natürlich, sind aber dennoch scharf geschrieben, die Härte wurde nicht zu sehr zurückgeschraubt und selbst wenn man es sich am Ende doch etwa sehr leicht macht, hinterlässt es einfach ein gutes Gefühl. It's immerhin hard out here for a Zombie! Die Witze sind infantil und unschuldig, das Herz ist am rechten Fleck, irgendwie hat alles ein wenig die Stimmung eines 90er-Roadmovies (nur mit mehr Tod und Gedärmen) und beiden modernden Genossen gönnt man ein gutes Ende wirklich sehr. Selbst wenn es schwer vorzustellen ist...
Fazit: sympathische Typen und eine ungefährliche, süße Grundstimmung heben diese „Totenköpfe“ in die obere Liga der Zombie-Komödien. Selbst wenn es nie zu Referenz oder dem großen Wurf reicht. Eher viele Schmunzeln als ein lautes Lachen. Dennoch mag ich das Ding. Irgendwie viel mehr, als ich gedacht hätte...