Mit Kosten von über 100 Millionen US-Dollar und einem Einspielergebnis von schlafen 3 Mio. US-Dollar an den amerikanischen Kinokassen und Kritiken jenseits alledem was man auch nur ansatzweise als "gut" bezeichnen würde, wurde "Pluto Nash" zu einem der größten Flops aller Zeiten. Schnell strich man ihn auf dem internationalen Markt von den Kinolisten und verbannte das Weltraumabenteuer dort hin, wo viele schlechte Filme ihr da sein fristen: In die Videotheken. Doch ist der neuste Streifen von Eddie Murphy wirklich so schlecht? Nun ja, also ein hohes Einspielergebnis oder gar einen Hype hätte der Film wirklich nicht verdient. Doch gar so garstige Kritiken sind eigentlich auch nicht ganz gerechtfertigt! Da gibt es weit schlimmeres!
Die Story selbst ist vom Grundgerüst her schon mal gar nicht so mies! Die Abenteuer ein Barbesitzers auf einem quietschbunten Mond könnten durchaus eine nette, witzige und einfallsreiche Geschichte verbergen. Und somit finden auch viele skurrile Ideen Einzug in das Geschehen. Da gibt es eine Mondmafia, Roboter als Bodyguards, flotte Mondfahrzeuge, viele kunterbunte Charaktere und einige (harmlose) Ballereien!
Schade nur, dass die Handlung und die Story selbst so arg langweilig und abstrus geworden sind und dann doch nur wenig Innovatives bietet. Die Geschichte ist eigentlich in gut 5 Sätzen komplett erzählt und strotz nur so von laschen Einfällen. Wenn Nash z.Bsp. stundenlang versucht herauszufinden wer sein Gegner ist und danach merkt, dass er die ganze Zeit nur den Zettel, mit den ihn bekannten Initialen des Gegners, falsch herum gehalten hat und plötzlich alles in Butter ist, dann ist man doch arg enttäuscht von der billigen Idee. Das stundenlange Herumgehopse auf der Mondoberfläche ist auch nicht gerade erheiternd. Und die ewig sexgeilen Roboter bringen auch keine guten Lacher zustande. Zudem ist das Ende doch arg bescheuert geraten, wenn auch nicht ganz so erwartet! Lachen ist zudem auch kaum angesagt, höchstens ab und an mal ein paar Schmunzler, wofür aber auch nur die Darsteller sorgen können!
Ein dicker positiver Punkt verbirgt sich dafür aber in der geradezu prächtigen Ausstattung und den tollen Kulissen des Films. Das Leben auf dem Mond stellt einen einzigartigen Trip durch Las Vegas da, der prächtig zur Geltung kommt und wirklich klasse aufgebaut wurde. Zudem können sich die Spezial Effekte sehen lassen, die hier bei weiten nicht so mies aussehen als in manch bekanntem Effekte-Overkill und sich locker mit Effekten aus den größeren Studios messen lassen können.
Zudem sind die Darsteller ein weiter Grund, warum man sich diesen Film wenigstens einmal ansehen sollte. Eddie Murphy spielt die nervende aber durch und durch sympathische Quasselstrippe wieder einmal glänzend, auch wenn er dieses mal nur äußerst wenige flotte Sätze in den Mund gelegt bekommen hat. Randy Quaid kann in der Rolle des Uralt-Roboters ebenfalls überzeugen und auch die ganzen anderen bekannten Gesichter machen ihre Sache gut. Vor allem der Cameo-Auftritt von John Cleese ist klasse, auch wenn er nicht wirklich viel zu tun hat!
Und auch die Musikauswahl sei noch erwähnt, die ebenfalls ab und an für Stimmung sorgen kann. Vor allem der flotte Score kann gefallen.
Fazit: Ein nettes Storygerüst, stimmige Kulissen, flotte Spezial Effekte und ein durch und durch gut gelauntes Schauspielerteam hätten einen unterhaltsamen Streifen bieten können, wenn die Handlung und die Geschichte selbst nicht so arg öde und abstrus geworden wären. Viel Potenzial wurde dadurch verschenkt was zufolge hatte, dass die Produzenten des Films jetzt wohl arme Leute sein dürften. Na ja, anschauen kann man sich das Ganze aber trotzdem schon einmal. Und wie schon gesagt: Es gibt wesentlich schlimmeres!
Wertung: 5/10