Im Jahr 2054 werden Morde durch ein fortschrittliches Verbrechensbekämpfungssystem abgewendet, bevor sie begangen werden können, indem die prognostizierten Täter noch vor ihrer Tat gestellt und inhaftiert werden. Die Welt des von dem System überzeugten Polizisten John Anderton (Tom Cruise) steht schlagartig Kopf, als er selbst als zukünftiger Mörder ausgeworfen wird…
Es hätte wohl niemand etwas gegen eine Filmzukunft voller unpraktischer Erfindungen einzuwenden, eine Zukunft, in der sicherheitskritische Systeme mit unübersichtlichen halbtransparenten Anzeigen betrieben werden und hochsensible Informationen in bunte Holzkugeln geschnitzt werden, wenn nur der Film selbst nicht so verbissen darauf bestehen würde, dass es sich um einen seriösen Entwurf handelt. Großzügige Gemüter werden das dem Regisseur ebenso nachsehen wie die unentschlossene Ästhetik, die launisch zwischen sterilem Hochglanz und chaotischem Retrofuturismus wechselt. Dass die Systemlücke sich allerdings schlussendlich gar nicht als philosophisch erweist (es steht dem Menschen nicht zu, vorab über seine Mitmenschen zu richten) sondern als technisch (das System produziert Echos), ist das enttäuschende Fazit einer vermurksten Handlungsführung, die von Anfang an drängenden Fragen nach Übertechnisierung und moralischer Legitimität feige ausweicht.