Inhalt:
Im Washington des Jahres 2054 sind Morde Vergangenheit: Grund dafür ist die Organisation Precrime, die die Mörder festnimmt, bevor diese morden. Dies geschieht mit Hilfe der Precogs, die die Morde einige Tage vor dem Passieren sehen können.
John Anderton (Tom Cruise) ist einer der erfahreneren Precrimebeamten. So gefällt es ihm auch kaum, dass er den Beobachter Detective Witwer (Colin Farrell) vorgesetzt bekommt. Dieser will die Fehlbarkeit des Systems ausloten, welches kurz davor steht auf's ganze Land angewendet zu werden. Die Situation verschlimmert sich für Anderton allerdings noch, als die Precogs ihn selber beim begehen eines Mordes sehen. an einem Mann, den er gar nicht kennt. Während er nun von den eigenen Leuten gejagt wird, macht sich Anderton daran, der Unbekannten zu finden, den er in einigen Tagen umbringen wird.
Den Actionfilm, den der Trailer verspricht, bekommt man hier nicht zu sehen. Es ist eher ein Thriller im Science-Fiction bereich mit Actioneinlagen. Die sind dafür gut gemacht.
Was aber am ehesten in Erinnerung bleibt ist die Optik und der inflationäre Gebrauch von Filtern. Das Bild hat immer einen dreckigen, ausgewaschenen Look; die diominierende Farbe ist Blau. Ein steiler Kontrast tut sein übriges. Das alles passt prima in die Grundstimmung des Films.
Die Geschichte handelt von bekannten Themen. Zum einen das des Überwachungsstaats, der mit Hilfe von den Precogs Morde erkennt, bevor sie passieren. Ausserdem sind überall in der Stadt Augescanner vorhanden, womit sich jeder Person Aufenthaltsort feststellen lässt. Dieser Aspekt des "gläsernen Menschen" ist interessant und hätte mehr Raum verdient. Desweiteren gibt's unseren Helden, der laut den Precogs in einigen Tagen selber zum Mörder wird, obwohl er das Opfer gar nicht kennt. Daraufhin flüchtet er und wird von den eigenen Leuten gejagt. Das Grundgerüst ist nicht wirklich neu. Zudem hat er noch den Verlust seines Sohnes, der vor einigen Jahren starb, nicht verkraftet. Dies wird etwas breit getreten und gibt dem Zuschauer kurz die Gelegenheit über die morgigen Einkäufe nachzudenken. Das Tempo ist allgemein in Ordnung. Nur gegen Ende, nachdem Anderton schliesslich auf Leo Crow trifft, wird's etwas zäher. Und die finale Auflösung ist etwas zu früh erkennbar. Weiterhin ist die Schlusssequenz heftigst von der Spielberg'schen Happy End Eintracht durchsetzt. Da hat man wirklich zu dick aufgetragen.
Colin Farell bietet eine sehr gute Leistung als undurchsichtiger Beobachter der Precrimetruppe. Er spielt schön hassenswert, auch wenn er im Verlauf des Filmes einen anderen Gesamteindruck hinterlässt. Da kann Tom Cruise nicht mithalten. Er mimt routiniert den Helden und bleibt innerhalb seiner Möglichkeiten. Auch Max von Sydow gibt's mal wieder zu sehen und Neal McDonough aus "Ravenous". Die Musik ist, wie das meiste von John Williams, solide aber nicht herausragend. Die Special Effects sind prima und vermitteln eine kühl-technoide Zukunftsvision. Stellenweise wirken sie allerdings etwas überfrachtet. Trotzdem gut. Einige Dinge lassen einen aber schon eine Augenbraue hochziehen. Warum zB reisst sich Anderton beim stürmen eines Hauses den Schutzhelm vom Kopf?
Die Geschichte zum Film stammt vom Autor Philip K. Dick, der auch die Vorlagen für Blade Runner und Total Recall lieferte. Vielleicht auch ein Grund, warum die Visualisierungsapparuter, die Anderton benutzt, an eine
Weiterentwicklung des Esper-Geräts erinnert.
Fazit:
Was bleibt ist ein streckenweise spannender Zukunftsthriller mit schönen Actioneinlagen, einem klasse spielenden Colin Farell und leider auch einigen Längen und deplatzierten Gageinlagen. Und wie kommt das wohl rüber, wenn einem die Optik des Films am ehesten im Gedächtnis bleibt? 6,5/10