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Michelle Williams spielt die Frau eines Kochbuchautoren, gespielt von Seth Rogen, die in einem Freilichtmuseum und bei einem anschließenden Flug einen fremden Mann kennen lernt, mit dem sie flirtet. Zu Hause angekommen, stellt sie fest, dass er in der Nachbarschaft wohnt. Sie sieht den Zugezogenen nun jeden Tag aufs Neue und sieht sich mit der Frage konfrontiert, ob sie ihre Ehe mit dem Mann, den sie liebt, für diesen aufgeben soll.

Letztlich ist der Ansatz von “Take This Waltz“ gar nicht schlecht. Ohne den infantilen Humor, den Werke mit Seth Rogen sonst aufweisen, geht die Regisseurin Sarah Polley, die auch für das Drehbuch verantwortlich ist, der Frage nach, ob nun die funktionierende, aber an manchen Stellen doch etwas eingefahrene Ehe, oder die neue, frische Beziehung, die zunächst mehr verspricht, eine bessere Entscheidung ist. Aber mit der guten Idee ist es dann auch getan.

Bei der Inszenierung tut sich Polley nämlich ausgesprochen schwer, ihre Geschichte voranzubringen. Es bleibt vieles unausgesprochen, aber das macht noch keinen schlechten Film. Sie versucht stattdessen Bilder sprechen zu lassen, die Routine in der Ehe aufzuzeigen, aber diese beginnen nach einer Zeit zu langweilen. Sie zeigt immer wieder, wie der Ehemann der Protagonistin verschiedene Hähnchengerichte zubereitet, was nach einer Zeit öder als jede Kochshow anmutet, sie zeigt ihre Hauptfigur darüber hinaus sehr gern beim Duschen und wie sie neben ihrem Mann im Bett liegt. Allerdings kommt das Geschehen so nicht wirklich voran, vielmehr bekommt man den Eindruck, die immer gleichen Bilder in Endlosschleife zu sehen. Der Film ist außerdem schlicht und einfach zu lang geraten.

Zudem nervt die Hauptfigur. Sie albert permanent mit ihrem Ehemann herum, kommt dabei gelegentlich ein wenig infantil und naiv rüber. Dies passt ins Gesamtbild eines Films, der mit seinen überzogen bunten Farben und seinen insgesamt sehr kindisch geratenen Figuren selbst ein wenig infantil erscheint. Spätestens dann, wenn die Protagonistin grundlos bei der Aquagymnastik ins Beckenwasser uriniert, fragt man sich dann doch, was das eigentlich soll. Damit fesselt der Film letztlich nicht, weil man eigentlich keinem der beiden Männer die nervige Alte an seiner Seite wünscht…

Das retten auch die Darsteller nicht. Michelle Williams, wie zuletzt in “My Week with Marylin“ zu sehen war, ist eine gute Schauspielerin, und das ahnt man stellenweise auch, aber letztlich kann sie gegen die schlecht konstruierte Figur auch nicht so recht anspielen. Seth Rogen zeigt hier in einer ungewohnt ernsten Rolle durchaus eine respektable Leistung, das nächste Mal dann aber hoffentlich in einem besseren Film.

Fazit:
Die meiste Zeit filmt Sarah Polley alltägliche Szenen aus dem Leben ihrer nervigen Hauptfigur, die das Geschehen nicht so recht vorantreiben und durchweg langweilen. Ein guter Cast und ein ambitioniertes Thema werden so komplett vor die Wand gefahren.

23%

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