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… und noch so ein billiger Teenie-Slasher, dem es an Originalität fehlt. Wie ungeniert hier bei Filmen wie „Scream“ und „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“ geklaut wird ist unfassbar. Während die Inszenierung von „Lovers Lane“ von Regisseur Jon Ward sogar mit einigen spannenden Passagen und einer düsteren Atmosphäre punkten kann, ertrinkt das Drehbuch in Horror-Konventionen und Klischees.

Zur Story: Am Valentinstag ermordet ein Mann mit Hakenprothese anstatt Arm ein Liebespaar an der „Lovers Lane“. Noch am selben Abend kann er gefasst werden und wird inhaftiert. 13 Jahre später gelingt ihm die Flucht und er nimmt Rache an ein paar unzüchtigen Teenies…

Das war`s dann auch mit der Story. Warum der „Hakenmörder“ sich rächt und wie er zu der Prothese gekommen ist bleibt entweder unklar oder ist einfach nur dämlich. Eine Erklärung dafür hätte aber in diesem Teenie-Slasher nach Schema F auch niemand wirklich erwartet. Auch die Charaktere der Teenies sind eher obligatorisch als originell: Da haben wir die Zicke, die Neue, den Aufreißer, den Sensiblen und die Intellektuelle. Wer von den Genannten das Gemetzel überlebt, ist von der ersten Sekunde an absehbar. Natürlich gibt es zu Anfang das übliche banale pubertäre Rumgezicke und natürlich müssen alle zusammen (mehr oder weniger freiwillig) zur „Lovers Lane“ fahren, um sich von der Existenz des Killers zu überzeugen. Und nachdem es die ersten Toten gibt, ist das Geschrei ebenso groß wie der Wald, in dem sich die Überlebenden nach dem obligatorischen Autocrash auf der Flucht erst einmal zurecht finden müssen. Dann verschanzen sie sich im Haus und ein paar von den Teenies müssen sterben, bevor (ACHTUNG: SPOILER) das Haus mit einer seltsamen Konstruktion in die Luft gesprengt wird, was unser Hakenkiller natürlich überlebt. Grusel-Konvention reiht sich an Grusel-Konvention, Klischee an Klischee. Damit niemand allzu große Plotholes bemerkt, gibt es zwischendurch klägliche Versuche von Humor, einen Haufen unfreiwilliger Komik und ab und zu etwas Blut, welches allerdings – abgesehen von der Tötung des etwas Dicklichen mit den gebrochenen Bein – kaum die FSK-Freigabe ab 18 Jahren rechtfertigt. Auch „Scary Movie“-Blondie Anna Faris – so ziemlich das einzige bekannte Gesicht im Film – darf eines einfallslosen und unlogischen Todes sterben. Wie schon erwähnt kann der Film einzig mit der düsteren Atmosphäre und diversen Anflügen eines Spannungsbogens punkten, welche allerdings bei dem platten und erbärmlich dummen Cliffhanger-Finale für eine mögliche Fortsetzung der Marke „Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast“ einfach nur aufs Tiefste verärgert.

Fazit: „Lovers Lane“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass ein Teenie-Slasher doch zumindest in Ansätzen eigene Ideen und eine gewisse Klasse haben sollte. Die Story ist Schrott, die Charaktere sind lebende Klischees, das Drehbuch ist einfallslos und hohl, die Wendungen vorhersehbar. Allenfalls einmal ansehen, drüber lachen und vergessen.

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