Das war ohnehin klar: Olaf Ittenbachs "Burning Moon" ist nichts für den anspruchsvolleren Cineasten! Aber im Zuge eines allgemeinen Filminteresses tat ich mir diesen waschechten Amateur-Splatter doch einmal an und die extrem niedrigen Erwartungen wurden weitesgehend bestätigt. Mir geringsten Mitteln inszenierte Regisseur Ittenbach hier anno 1992 zwei anspruchslose Horror-Minigeschichten, die zwar zu keinem Zeitpunkt spannend oder interessant sind, aber immerhin eine solide Portion Splatter bieten.
Im Grunde gilt das aber primär nur für die zweite Episode. Die erste Story um einen entlaufenen Psychopathen bietet nämlich nichts, was über härtere Normalo-Kost hinausgehen würde. Ja die unglaublich schlechten Darsteller, die noch mieseren Dialoge und die ideenlose Handlung machen die ersten 45 "Burning Moon"-Minuten zur regelrechten Qual für den Zuschauer. Einzig die Soundkulisse ist recht nett geraten und hier und da blitzt mal ein Gespür für ordentliche Bilder punktuell auf.
Kurzgeschichte Nr.2 um einen heimtückischen Mord im ländlichen Bayern fällt zwar ebenfalls noch eher in die Kategorie "Filmischer Durchfall", kommt aber insgesamt etwas besser weg, was den Unterhaltungswert betrifft. Grund hierfür ist primär eine gut gelungene, ausgiebig im Gore badende Höllenszene, in der sich Olaf in Sachen FX mal so richtig nach klassischer "Hellraiser"-Art austobt. Zwar ist die Szene reiner Selbstzweck und auch deutlich zu lang - aber seis drum: So hat man nach langatmigen 90 Minuten immerhin etwas Sehenswertes begutachten können.
Fazit: Eine gute Szene zum Schluss, der mindestens eine halbe Stunde zu lang geratene Rest ist für die Tonne. Als Partyfilm aber allein schon wegen der skuril-peinlichen Charaktere und den herrlich schlechten Schauspieler durchaus zu empfehlen! Das Verbot des Streifens ist angesichts des Amateurcharakters zumindest zweifelhaft.