Review

Das ist es also, Olaf Ittenbach offizielles Zweitwerk, und der Vorgänger zu Beyond the Limits. Allgemein muss ich zugeben dass ich kein allzu großer Fan von Amateurfilmen bin; zumal ich meistens der Meinung bin dass man gerade in Hinblick auf die Kameraarbeit auch mit einer alten Grundig LC435 E besseres leisten konnte, als uns die meisten Hobbyfilmer weismachen wollen. Ausserdem war ich auch von Ittenbachs Werken bisher eher enttäuscht, obwohl ich zugeben muss, dass ich ausser Legion of the Dead und Beyond the Limits bisher keinen weiteren Grund zur Kritik hatte.

Gut, lassen wir das mal beiseite, denn gerade bei einem Splatterfilm, und das stellt Burning Moon ja dar, achtet man ja eher auf die handgemachten Gore Effekte. Dennoch muss ich zugeben, dass ein Großteil der wahrlich geringen Sympathien die ich für den Film hege aus reinem Lokal-Patriotismus resultieren. Als gebürtiger Fürstenfeldbrucker muss ich prinzipiell einfach mal zum Olaf halten. Doch dann der Schock ! War es tatsächlich normal noch Anfang der 90er mit allerübelstem Vokuhila und Oliba herumzurennen !?! Wenn ja, warum verbindet man hair crime nur mit den 80ern ? Gut, vergessen wir mal für eine Weile diesen Ausflug an den Rand des schlechten Geschmacks.

Allgemein muss ich zugeben dass der Herr Ittenbach seine Sache eigentlich nicht schlecht gemacht hat, wobei allerdings auch deutlich zu Tage tritt welchen Filmen damals seine Zuneigung galt (der Protagonist der ersten von zwei Short Stories heiß Cliff Parker - eine deutliche Anlehnung an Clive Hellraiser Barker, und gerade die Höllenszene im 2. Teil ist - das muss man einfach zugeben - beinahe komplett von eben diesem Film übernommen. Auch wenn die Zenobiten hier eher wie die Zwischenweltler aus Silent Hill aussehen). Gut, wenn schon klauen dann wenigstens von den Besten !

Sehr viel schlimmer sieht es da schon mit der völlig unmotivierten Synchro aus. Selten hat eine Nachvertonung dermaßen ihren Sinn verfehlt wie hier. Jeder Anflug von Spannung wird durch die unfreiwillig komischen Sprecher im Keim erstickt. Denn, und das muss nebenbei bemerkt werden, dieser Film lässt Ittenbachs wirklich jämmerlichen Humor, Gott sei Dank, komplett vermissen. Was die Synchronisation angeht, stellt euch die schreckliche deutsche Vertonung von Natural Born Killers vor, und jetzt das ganze noch laienhaft. Einzig positiv fällt die Stimme des Pfarrers aus Teil 2 auf, die nunmal so klingt, wie alle diese bigotten Pfaffen einfach klingen.

Auch Erzähltechnisch hat sich Ittenbach nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wobei auch hier Story No. 2 deutlich die Nase vorn hat. Während Julia´s Love eher eine verfilmte Urbane Legende ist (Irrer bricht aus Anstalt aus und eine etwas unterbelichtete Tussi datet ihn ohne zu wissen, dass er ein psychpatischer Killer ist), erinnert The Purity im Grundgerüst an Es geschah am hellichten Tag oder Das Versprechen.

The Purity
macht dabei einen auf Braindead und spielt, statt in der Gegenwart, im Niederbayern des Jahres 1957, was an sich schonmal beeindruckend ist, da er es sich dadurch um einiges erschwert hat. Andererseits muss man - wie gesagt ich komme aus der Gegend - nur ein wenig weiter aufs Land hinaus fahren und schon findet man Zustände wie vor 40 Jahren vor. Vor allem aber hat mir gefallen dass er trotz des engl. Titels nicht wie bei Julia´s Love krampfhaft versucht hat die Geschichte nach Amerika zu verfrachten (auch wenn die noch soviele englische Namen haben, ich glaub einfach nicht das die in Chicago oder New York oder sonstwo unterwegs sind, wenn die FFB als Kennzeichen haben !!!). Dennoch hätte er sich die Höllenszene gegen Ende, die wie bereits erwähnt nur eine plakative Hommage an Hellraiser ist, auch ersparen können, da sie rein gar nichts mit der ansonsten ganz ertragbaren Story zu tun hat und anscheinend nur hinzugefügt wurde um den tumben Metzelfan anzusprechen. Andererseits, was habe ich denn erwartet. Trotzdem, so toll ist das, was man auf dem Bildschirm sieht, nicht. In einer anderen Kritik habe ich dazu die absolut passende Beschreibung gelesen : "eher Garage of Hell", denn da wurde die Szene offensichtlich gedreht.

Gut, alles in allem ist Burning Moon das typische Werk eines Amateurfilmers, der versucht hat unter jedwegem Vorwandt soviel krasse Szenen wie möglich unterzubringen, aber dabei das Herz vergessen hat. Denn Herzblut ist es, das diesem Film fehlt.

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