Kurze Kritik zu Ittenbachs "The Burning Moon"
Gesehen hab ich die "inoffizielle" Version - die alte eben.
Es ist schwer, einen solchen Film zu reviewen, weil er ein reines Amateurprodukt ist, das nie so recht für den großen Markt gedacht war. Würde das hier von Constantin oder so kommen, müsste man ziemlich oft das Wort "Mist" gebrauchen, aber so ist es ja deibelseidank nicht. Ein Amateurfilm ist für Amateurfans geeignet und in diesem Fall vielleicht noch für die, die an der Beschlagnahme-Zensur-Höllen-Liste der BPS interessiert sind. Aber ich habe eine Kritik zu Bethmanns hundselendem Todesengel geschrieben, dann kann ich auch über einen Film aus meiner Heimat schreiben, der mir wesentlich besser gefallen hat.
Erstes Wort: gut ist an dem Film eigentlich so richtig nix. Die Darsteller sind aus dem Bekanntenkreis des Regisseurs, aber immerhin sehen die Mädels ordentlich aus und die bemühen sich alle, was normalerweise ein echtes Amateurproblem darstellt. Die Kamera ist noch nicht wirklich ideenreich eingesetzt und die Bluteffekte sind zu drastisch.
Die Rahmenhandlung mit Ittenbach als zugedröhnten Münchener-Vorstadt-Psycho ist viel zu lange ausgebreitet. Die erste Story ist eine Hommage an Michael Myers, die Musik funktioniert übrigens einigermaßen gut, das sollte man schon erwähnen. Viel rührt sich in der Episode nicht und man kann dem Regisseur hier nur zu den richtig gut aussehenden Kopf-Attrappen gratulieren. Nicht wirklich der Rede wert. Die Zweite Episode wirkt besser, weil hier das Lokal-Kolorit von Oberbayern einigermaßen gut rübergebracht und nicht verleugnet wird. Allerdings verhaspelt man sich bei der Erzählweise, indem man darauf verzichtet, eine eigentliche Hauptperson auszumachen. Mal soll man sich auf den Killer konzentrieren, dann auf den Dorftrottel, und dann kommt die ewig lange Höllensequenz mit ganz einem anderen. Doch was ich anmerken muss: Diese unglaublich extreme Episode stößt schon an gewisse Grenzen, macht aber nicht den Fehler des Nachfolgefilms "Premutos", wo das Splatterfinale gute fünfzehn Minuten ZU lang dauert und man sich Schnitte herbeisehnt. Hier kratzte Ittenbach gerade noch die Kurve und zeigte statt viel zu vielen Kopfschüssen eher abwechslungsreiche Extrem-Tode. Eine gute Bewertung kommt eigentlich nicht in Frage, weil hier das Blutvergießen so stark im Mittelpunkt steht. Das peinliche Verbot mitsamt "Bücherverbrennung" der bayerischen Staatsnazis ist natürlich ungerechtfertigt. Die wenigen Personen die sich so einen Film besorgten waren sicherlich schon über achtzehn Jahre alt. Aber das ist müßig.
Fazit: NUR für Amateurfans! Ittenbachs ersten dagegen würde ich auch Leuten mit vorliebe für Fulci etc. empfehlen "Black Past"
Härtegrad: 9 von 10
Gesamteindruck: 4 von 10