Review

Wäre die Nachsynchronisierung genau das, nämlich synchron, wäre der Film nur halb so gut - oder doppelt weniger schlecht, wie man's nimmt. Denn es ist gerade dieser völlig unbefangene Trash-Faktor, der Olaf Ittenbachs Zweitwerk so sympathisch macht (und es frischer wirken läßt als manche der letzten Produktionen). Hier wurde einfach auf alles geachtet, was einen guten Amateurfilm ausmacht: Miese Schauspieler, blödsinnige Dialoge, keine Geschichte, aber schön saftige, grobe Blutschnitzeleien. 

 Eingebettet in einen zweckmäßig entworfenen Alltagsplot erzählt „The Burning Moon" zwei Geschichten. Die erste ist unterhaltsam, die zweite jedoch nimmt sich zäh aus und endet in einem nervenaufreibenden Höllenszenario (im doppelten Sinne), beinhaltet zudem phantastische Elemente, auf die ich nur bedingt stehe, und ist streckenweise sogar etwas bedrückend, was beabsichtigt sein mag, mir allerdings nicht zusagt.

 Am Ende stellt sich dann (wie vorausgeahnt) heraus, daß die Rahmenhandlung doch nicht so alltäglich ist, was sie freilich in keiner Weise sinnvoller macht; dennoch ist dieser Teil des Films wesentlich unterhaltsamer als die zweite Geschichte.

 Daher lautet mein Resümee: Der erste Teil eignet so als Splatterei zwischendurch oder an einem dieser vielzitierten Jungsabende, aber danach kann man bis zum Ende vorspulen - oder sogar einfach ausschalten.

 Interessant wäre natürlich noch die Frage, ob Rudolf Höß, der den Pfarrer spielt, sich einen, sagen wir mal, bizarren Künstlernamen zugelegt hat, oder ob seine Eltern, sagen wir mal, bizarre politische Ansichten hatten - vor Kriegsende dürfte er schätzungsweise nicht das Licht der Welt erblickt haben.

 Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: "Ich bin Polizist. Dieser Hurensohn hat mir einen Kopf ans Auto geworfen!"

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