In „The Rock“ schickt das damalige Produzentenduo Bruckheimer/Simpson (letzterer weil leider nicht mehr unter uns) die feinen Herren Nicholas Cage und Sean Connery samt einem kleinen Flaggschiff voller bekannter Gesichter auf ein explosives Actionschlachtfest ins Rennen gegen Ed Harris. Schauplatz ist das Original – Alcatraz.
Bierernst geht es hier zu: General Hummel (extrem beeindruckende Leistung von Ed Harris) ist hochdekoriert, aber verbittert. Aus Zorn auf die Regierung, die aus tapferen Soldaten keine Helden macht, sondern sie vergisst, fasst er einen fatalen Entschluss: er will sich rächen für all die Ignoranz, die er erfahren hat. Dafür kapert er Raketen und VX Gas Kampfstoff, verschanzt sich mitsamt einer Riege Elitesoldaten auf der ehemaligen Gefängnisinsel. Er hält Geiseln fest und droht mit einem Giftgasangriff auf L.A., sollte man seinen Forderungen von 100 Millionen Dollar nicht nachkommen. Das FBI und das Militär sind ratlos, und ein Luftangriff zur Terminierung des Giftgases ist ungewiss, also entscheidet man sich dafür, einen Trupp Kampftaucher nach Alcatraz zu schleusen. Doch bevor es dazu kommt, vergeht mal Minimum eine Stunde Film. Grund: zwei Spezialisten für den Fall. Da wäre zum einen der Bürohengst Stan Goodspeed (weich: Nicholas Cage), FBI Spezialist für chemische Waffen, der wider Willen mit auf die Insel muss. Damit nicht genug, man braucht noch jemanden, der das unterirdische Tunnelsystem von Alcatraz kennt – und das ist kein Geringerer als der britische Spion Mason (britisch: Sean Connery), der damals aus Alcatraz geflohen ist und die Insel wie seine Westentasche kennt. Doch der Schlitzohr-Rentner ist für das FBI ein heißes Eisen, da er die Wahrheit über 50 Jahre US-Geschichte kennt und keinesfalls wieder auf freien Fuß gesetzt werden darf. Doch schon beim Infiltrieren der Festung kommt es zur Katastrophe, und schon bald sind Mason und Goodspeed alleine...
Japp. Stinkt alles schon nach Pathos ohne Ende, bleibt auch in diesem Actionhammer nicht aus, aber wen stört´ s? Sind eben die Amis, was erwartet man? Die Action ist sauber bis fantastisch und kracht ins Mark. Es wird viel auf die einzelnen Charaktere eingegangen, und die Konflikte des Bösewichten mit sich und seinen Männern heben den Film durchaus aus dem Einheitsbrei heraus. Für diverse humoristische Einlagen ist wie immer gesorgt, aber meiner Meinung nach bleiben sowohl Connery als auch Cage blass gegen die Riege der militärischen Bösewichte, allen voran Ed Harris, dessen Pläne an seiner eigenen Moral scheitern und dem Rest seiner stahlharten, aber keinesfalls emotionslosen Runde. Tony Todd, David Morse und Gregory Sporleder liefern beeindruckende Leistungen ab, und auch William Forsythe als FBI Agent kann sich richtig sehen lassen. Michael Biehn, der schon in Terminator und Alien 2 glänzte, kommt hier leider etwas zu kurz. Die Action drum herum ist dramatischer denn je, und jedermann kann sie sich gefallen lassen, ohne gleich auf den Pathos-Overkill zu schimpfen, da die Leistungen superb sind und in hoher Liga mitspielen. Neben einer nicht mit drei Worten erzählten, durchaus durchdachten Handlung tut der wuchtig-heftige Soundtrack von Hans Zimmer sein übriges, um diesen fulminanten Blockbuster zu einer Perle des Actiongenres der 90er Jahre zu machen.
Also – schauen wir über die handelsüblichen Amerikanismen hinaus und genießen hochspannende, krachende Action sowie absolute Hochspannung in einem mit ein paar Einer-gegen-alle-Elementen gespickten Actionbrett. Knabberzeug raus, und am besten gleich danach Con Air und / oder Face/Off reinschieben für einen langen 1 A Cage-Actionabend der Superlative. Das Lustige daran – es ist gar nicht mal Cage, der diese Filme so gut macht – er spielt nur zufälligerweise immer mit. :-)
Aber bitte in jedem Fall zur ungeschnittenen 18er Fassung greifen!