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Hummel, ein amerikanischer Kriegsheld, enttäuscht von seinem Land, entschließt sich die Gerechtigkeit in seine Hand zu nehmen. Einst führte er tapfere Männer in eine geheime Operation, die vielen seiner Untergebenen das Leben kostete. Doch aufgrund der Geheimhaltungsstufe wurde den Verwandten nie vom wahren Schicksal der Soldaten erzählt, geschweige denn eine Hinterbliebenenrente ausgezahlt. Verärgert und enttäuscht über das Vorgehen der Regierung entschließt er sich Geiseln auf Alcatraz zu nehmen und San Fransisco mit gestohlenem Giftgas zu bedrohen um Geld zu erpressen, das zum Teil an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden soll. Nur zwei Männer können ihn aufhalten.

Allein schon wegen General Hummel, bzw. Ed Harris, der den Part übernahm, lohnt sich die Ansicht. Denn hier bekommt man einmal einen Gegenspieler, abseits der typischen Psychopaten und Ekelboltzen aus der Klischeekiste. Gut, seine Söldner meutern am Ende, sodass unsere Helden im Finale eindeutig definierte Gegner vor der Nase haben, aber bis dahin dauert es seine Zeit.
Das Hummel seine Leute nicht ganz im Griff hat wird relativ schnell klar, als beim ersten Feuergefecht im Gefängnis fast das ganze Elite Team niedergeschossen wird, trotz der Tatsache das Hummel nie den Befehl zum feuern gibt.
Die Szene mag, angesichts des Verhaltens des Eliteführers (Michael Biehn, schön ihn mal wieder zu sehen), unrealistisch sein, ist aber notwendig um einmal Hummels missliche Lage zu verdeutlichen und, noch wichtiger, um die beiden Hauptfiguren ins Spiel zu bringen. Verkörpert wird das, natürlich gänzlich unterschiedliche Duo von Nicholas Cage und Sean Connery. Vor allem letzterer ist ein großer Gewinn für die Produktion, verleiht er dem Film doch das nötige Augenzwinkern.
Wie zu besten Bond Zeiten spielt Connery einen britischen Agenten der eigentlich jederzeit Herr der Lage zu sein scheint und auch in den misslichten Lagen die Ruhe bewahrt. Aufbrausender, allerdings im Kampf gänzlich überfordert ist Daniel Goodspeed, verkörpert von Nicholas Cage, der als Chemiker und Actionheld wider Willen, weit mehr überzeugt, als später in Con Air als tapfe Kampfmaschine.
Beide schlagen sich durch Alcatraz und erleben abwechslungsreiche Action, klasse in Szene gesetzt von Michael Bay, der, in seinem zweiten Film mit größerem Budget ausgestattet, am Ende sogar halb Alcatraz in die Luft jagt - zumindest Digital. Ansonsten gibt es neben zahlreichen Shootouts und einigen Explosionen sogar eine Lorenfahrt zu sehen. Bay lässt dabei auch die nötige Härte nicht vermissen.
Langeweile kommt so keine auf, zumal der Film auch durchaus spannend ist. Gut, der Ausgang wird niemandem Überraschen, aber gerade die Figur des General Hummels bleibt steht’s dezent undurchschaubar, was beispielsweise beim ersten Raketenangriff auf San Fransisco für Nervenkitzel sorgt.
Auf der negativen Seite stehen einige Logiklöcher, die auch selbst dem sauer aufstoßen dürften, der sein Gehirn auf Sparflamme laufen lässt. Doch spätestens wenn es wieder Rund geht verschwinden die Runzeln auf der Stirn wieder ganz schnell.
Nicht unerwähnt sollte die erstklassige Musik bleiben. Das Hauptthema wurde nicht zu Unrecht zu einer DER Actionfilmmusiken und wird gerne in diversen (TV-) Trailern und Einspielern benutzt.

Fazit: Erstklassiger Actionfilm. Spannend, kurzweilig und bis in die Nebenrollen toll besetzt. In meinen Augen gelang Bruckheimer/Simpson/Bay mit The Rock einer der besten Actionstreifen der Neuziger. 9/10

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