"The Rock" war der letzte Film des Duos Jerry Bruckheimer und Don Simpson, die mit "Beverly Hills Cop" und "Top Gun" ihre Ruf als Blockbuster-Produzenten bekräftigten. Da Simpson während der Dreharbeiten verstarb, konnte er leider nicht mehr miterleben, wie Jerry Bruckheimer und Regisseur Michael Bay einen tollen Actionkracher fabrizierten, den sie Don Simpson in Gedenken widmeten.
Die Story: Der US-General Francis Hummel (Ed Harris) erpresst die Regierung der Vereinigten Staaten, in dem er auf der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz vor der Stadt San Francisco VX-Giftgas-Raketen positioniert und Touristen als Geiseln nimmt. Als Gegenmaßnahme soll eine Kommandoeinheit in die Inselanlage eindringen und die Raketen unschädlich machen. Mit dabei ist der "Chemie-Super-Freak" Stanley Goodspeed (Nicolas Cage), ein Experte für Chemiewaffen, und der ältere SAS-Agent John Patrick Mason (Sean Connery), der mal auf Alcatraz eingesperrt war. Nachdem das Kommando von Hummels Männern ausgeschaltet wurde, sind Mason und Goodspeed ganz auf sich allein gestellt...
"The Rock" kommt mit einer, gemessen am Genre, glaubwürdigen Geschichte daher, die zwar auch genügend Logiklöcher aufweist, aber zielstrebig und rasant inszeniert ist, so dass die Frage nach dem Warum und Wieso nicht gestellt werden muss. Michael Bay schafft es von Beginn an, den Zuschauer an die Geschichte zu fesseln, das Tempo ist sehr hoch, obwohl sich der Film ungewöhnlich viel Zeit für die Figuren nimmt. Wirkliche Charakterbilder bekommen wir zwar nicht, aber zumindest agieren die Figuren glaubhaft und nachvollziehbar. Dies gilt insbesondere für den Antagonisten, General Hummel, der von Ed Harris sehr überzeugend gespielt wird, und für dessen Pläne und Absichten man Verständnis aufbringt. Hummel ist nicht wie in anderen Filmen irgendein durchgeknallter Soziopath, sondern ein mitfühlender Mensch, der auf Gerechtigkeit aus ist.
Ihm gegenüber gestellt sind die beiden Protagonisten des Films, die sich nach einiger Zeit notwendigerweise zusammentun müssen. Das ist zwar nicht gerade neu, aber die Chemie zwischen Sean Connery als erfahrener Agent und Nicolas Cage als Jungspund funktioniert sehr gut und die Dialoge zwischen den beiden gehören mit zum besten des Films. Beide spielen sehr routiniert und Connery hatte wohl Spaß daran, seine Parade-Rolle als britischer Agent noch einmal aufleben zu lassen, inklusive beeindruckender Kampfszenen.
Generell sind die Dialoge im Film sehr pointiert geschrieben, oft sehr witzig ("Am liebsten arbeite ich unter Druck!"), manchmal sogar richtig intelligent. Man merkt dem Film an, dass eine Reihe von ungenannten Drehbuchautoren wie Quentin Tarantino oder Aaron Sorkin am Script mitgeschrieben haben.
Die Action in "The Rock" kommt erstaunlich wohldosiert rüber. In der Mitte des Films haben wir eine toll fotografierte Verfolgungsjagd mit Hummer und Ferrari, die sich wirklich sehen lassen kann und mit einem netten Knall endet. Sie ist auch um einiges realistischer gemacht, als man es von späteren Bay-Filmen gewöhnt ist. Auch die restlichen Actionszenen sind fantastisch in Szene gesetzt, egal ob Explosionen oder Schießereien. Schauwerte sind in dem Film auf jeden Fall massig vorhanden.
Etwas nervig wird es allerdings am Ende, wenn das Pathos überhand zu nehmen droht. Man ist das von Michael Bay-Filmen ja gewöhnt, aber weniger wäre in dem Fall mehr gewesen, auch wenn es im Falle von "Armageddon" noch um einiges "härter" geht. Natürlich darf auch nicht die obligatorische US-Flagge in Großaufnahme fehlen, auch das scheint ja mittlerweile auch ein Ritual in Bay-Filmen zu sein. Dazu ein cooler, aber auch recht klotziger Score von Hans Zimmer.
Fazit: "The Rock" ist ein Actionreißer vom feinsten, der sich trotz Pathos von der Masse deshalb abhebt, weil er ungewöhnlich gute Figuren, Dialoge und natürlich Action-Szenen zu bieten hat. Die famosen Darsteller rund das gute Bild ab.