Ich gebe zu, dass Action nicht das Genre ist, das mich wirklich interessiert. Durch die vielen euphorischen Kommentare, habe ich mir The Rock in der kürzeren TV-Fassung dann doch zu Gemüte geführt und er bewegte sich im Rahmen dessen, was ich erwartet habe: Liebe zu Zerstörungsorgien und die Rettung der Welt in der letzten Sekunde durch Männer, die dafür vor allem jede Menge cooler Sprüche investieren, was zugegeben solide und gekonnt umgesetzt ist. Womit The Rock dann aber doch punkten kann, ist die Besetzung: Vor allem die Figur Sean Connerys ist geglückt, und das Überdurchschnittliche an diesem Film ist dann auch die humvorvolle Art, in der die "Buddygeschichte" zwischen Hund und Katz - Connery und Cage - inszeniert ist. Auch wenn letzterer zumindest in einer Szene, in der er sich im Anbetracht des möglichen Weltendes übergeben muss, auf "8 MM"- Format schrumpft.
Vieles andere wirkt dagegen reichlich ärgerlich, zum Beispiel die Frisörquotentunte, die man sich mal eben aus einer schrecklichen deutschen Komödie geklaut hat, oder haarsträubende Logiklöcher (eine startende Rakete schubst einen Soldaten einfach zur Seite ohne ihm einen Kratzer zuzufügen) sowie vor allem die Tatsache, dass die Geiseln vollkommen in den Hintergrund gerückt werden und die gesamte Aktion zur Rettung der Welt nur eine jederzeit lösbar erscheinende Aufgabe für coole Typen ist. Es wird eben das Muster wiederholt, das man aus einer geradezu unendlichen Zahl amerikanischer Filme kennt: Krieg ist, wenn die Gegner sterben und die richtigen siegen. Zugegeben vermag es Ed Harris durch sein schauspielerisches Können, seiner abstrusen Gestalt etwas Leben einzuhauchen, aber der pseudopatriotische Murks, den er von sich geben muss, wiegt für mich viel schwerer.
Mit Inserts wie "Noch 12 Stunden bis zum Showdown" ist man bei mir leider an der falschen Adresse, da man so etwas mit einem Minimum an Phantasie auch so lösen kann, als wäre das Zeitalter des Tonfilms bereits angebrochen.