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Jerry Blake ist ein Mann, der sich der Familie verschrieben hat. Er ist ein Mann, der an traditionelle Werte festhält - Im besten Sinne des Wortes ein konservativer Enddreißiger.
Im Beruf recht erfolgreich, kann er sich zur gehobenen Mittelschicht zählen. Durch sein sympathisches Auftreten und seine Anpassungsfähigkeit, findet er überall schnell Freunde und ist beliebt. Ein wahrer Traum für eine alleinstehende Mutter.

Das jedoch ist nur die Schokoladenseite des Jerry Blake. Hinter dieser Fassade aus Musterstaatsbürgertum verbirgt sich die entsetzliche Fratze eines Familienmörders:
Jerry kann seine Identität und sein Aussehen wechseln, wie andere Leute ihre Unterwäsche.
Nichts überlässt Jerry dem Zufall. Ist Jerry seiner Familie überdrüssig, bzw. ist er von ihr enttäuscht, fängt er rücksichtslos an, sich ihrer zu entledigen, natürlich nicht ohne vorher dafür zu sorgen, dass eine neue Familie bereits auf ihn wartet. Ein Umstellungsprozess, der nur wenige Wochen in Anspruch nimmt.

Mutter Susan und Tochter Stephanie, ein hübsches Teenagermädchen, sollen seine neue Familie werden. Diesmal jedoch scheint einiges anders zu sein. Auf Stephanie wirkt Jerry sonderbar. Sie vertraut ihm nicht und kann ihn daher nicht als Vaterfigur ansehen. Außerdem hat Stephanie einen bösen Verdacht.
Mutter Susan jedoch kann, obwohl sie ihre Tochter über alles liebt und zu ihr das beste denkbare Verhältnis hat, dass Misstrauen ihrer Tochter nicht ganz verstehen.

Wie auch immer. Es ist auch diesmal genauso, wie all die anderen Male auch. Jerry ist von seiner Familie enttäusch und beginnt sich allmählich eine neue Identität anzueignen – und eine neue Familie zu suchen…

Terry O'Quinn überzeugt als schizophrener Stiefvater über alle Maße. Er bringt sein kleinkarriertes, ordnungsliebendes Weltbild, welches mit einer art von Paranoia einhergeht, die aus der Figur Jerry Blake eine tickende Zeitbombe werden lässt, mit einer unglaublichen Intensität rüber.
Außerdem gefällt mir Jill Schoelen als Tochter Stephanie besonders gut, weil sie schon in jungen Jahren eine überaus intensive Ausstrahlung und Glaubwürdigkeit auf die Leinwand bringt.

Alles in Allem hat mich „The Stepfather“ sehr überrascht, da ich eigentlich einen B-Slasher erwartet habe. Gesehen habe ich jedoch einen Horrorklassiker des 80er Jahre Kinos.
Hier geht es nicht um billige Effekte, der Horror ist hier sehr realitätsnah. Da ist keine mordende Bestie a la Jason oder Michael Meyers.
„The Stepfather“ kann wirklich passieren – und es passiert öfter als man denkt…

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