Handlung:
Jerry Blake ist ein Mann alter Schule: Für ihn gibt es nichts besseres als den American Dream. Ein schönes Haus, eine Ehefrau, brave Kinder, die ihn begrüßen, wenn er nach Hause kommt. Ganz klassisch also. Er ist mit der Witwe Susan erst seit kurzem verheiratet und die Probleme seiner Stieftochter Stephanie stehen seinem Ideal vom Familienidyll im Weg.
Dieses will er aber ums Verrecken erreichen und er schreckt dafür vor Nichts zurück, auch vor Mord nicht. Und das wäre nicht das erste Mal.
Meinung:
The Stepfather ist ein geradliniger Thriller alter Schule, quasi wie sein Antagonist. Der Zuschauer bekommt gleich von Beginn an mit, dass Jerry ein mordender Psychopath ist: Seine alte Familie liegt abgeschlachtet im Haus und er ändert seelenruhig und fröhlich pfeifend sein Aussehen.
Die Eskalation beginnt danach schleichend: Wir lernen sein neues Ich, seine neue Familie kennen, erfahren, wie er sich das Leben vorstellt und wie seine Vorstellung genauso Stück für Stück zerbricht, wie seine Fassade.
Regiesseur Ruben lässt sich dafür genug Zeit, ohne, dass die Spannung der unausweichlichen Katastrophe je in Vergessenheit gerät. Jerry ist ein Pulverfass und der Film zögert die Explosion gekonnt hinaus, bis es zum blutigen Finale kommt.
Dabei überzeugt vor allem Terry O'Quinn als Jerry, der mit seiner Performance des instabilen Stiefvaters voll ins Schwarze trifft. Dass manche Dinge unausgesprochen bleiben, weshalb er z.B. im Detail so geworden ist, wirkt hier für mich besonders positiv. So ist das Ganze zwar kein anspruchvolles Psychogramm eines kaputten Menschen, ergeht sich aber auch nicht in x Klischees, die den tollen Thriller zu austauschbar gemacht hätten.
Kurzum:
Sehr gelungener (Horror-)Thriller mit erstklassigem Hauptdarsteller und guter Spannungskurve, der Klischees und unnötige Schauwerte grösstenteils gut umschifft.