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Was hat Steven Spielberg seinerzeit bloß ausgelöst, denn dem bislang immer noch unerreichten „Jaws“ folgten eine gute und zwei weniger gute Fortsetzungen, Streifen wie „Deep Blue Sea“ boten immerhin noch Hollywood-Flair, während Gurken wie „Hai-Alarm auf Mallorca“ das Genre des Tierhorrors in kein gutes Licht rückten.
In letzter Zeit sind es vermehrt die Leute von Syfy, die massenweise Durchschnittsware auf den Markt schmeißen, wie auch im vorliegenden Fall.

Ein Kaff in den Sumpfgebieten Louisianas: Sheriff Watson (Robert Davi) betreibt illegalen Tierhandel, doch der Container mit dem angelieferten Hai rollt in den Sumpf.
Kurz darauf verschwinden die Alligatoren rund um Rachels Restaurant, welche sich kurz darauf mit ihrem Bruder und einem verdeckten Ermittler auf die Jagd nach dem Sumpf-Hai macht…

Griff Furst, der vom Darsteller zum B-Movie Regisseur avancierte, versucht erst gar nicht, seiner Geschichte einen besonderen Reiz außerhalb der Genrekonventionen zu verleihen, sondern setzt auf altbewährte Muster und ein zügiges Erzähltempo.
Rasch sind die wesentlichen Figuren etabliert, der fiese Sheriff unterstreicht seinen miesen Charakter durch einen Erpressungsversuch gegenüber Rachel, welche sich wiederum um ihre jüngere Schwester sorgt. Der Bundesagent zieht hingegen eine halbwegs coole Nummer durch, hinzu kommen ein paar namenlose Jugendliche und Rachels Bruder Jason (Jeff Chase), der als hünenhafter Muskelberg entstehende Konflikte auf eher spezielle Art erledigt.

Vom Hai ist demgegenüber nicht allzu viel zu sehen, das Vieh entstammt einer offenbar speziellen Gattung, ist gepanzert und deshalb vor jeglichen Kugeln sicher.
Zwischendurch schnappt er sich einige Randfiguren, was meistens mit rot gefärbtem Wasser einher geht und zu keiner Zeit explizit ausartet, denn bis auf ein paar Leichenteile und dem Abbeißen eines Kopfes halten sich Gewaltdarstellungen stark zurück.
Leider kommt nur selten Spannung auf, etwa, als jemand schnell ans Ufer paddeln will oder ein anderer eine Schiffsschraube freilegen muss, jedoch sorgt das Zusammenspiel der überwiegend nicht ernst zu nehmenden Figuren für okaye Unterhaltung.

Zumindest hält sich die Erzählung kaum mit Nebensächlichkeiten auf und wenn, dann ist Anlass zum Schmunzeln geboten, wie bei dem Typen, der seine Lady oben ohne vor sich hat, jedoch nur ihr Gesicht fotografiert, während im Hintergrund eine Haiflosse im Wasser zu sehen ist. Auch der asiatische Angestellte im Restaurant trägt seinen Teil für die gute Laune bei, denn er weiß eine Menge über Haie, wird aber meistens schroff unterbrochen.
Herrlich überspitzt ist auch die Darstellung von Robert Davi als fieser Gesetzeshüter, zumal er rein äußerlich immer mehr Tommy Lee Jones ähnelt und entsprechend düstere Mienen aufsetzt.

Was der Optik schließlich einen leichten Pluspunkt verschafft, ist die Kulisse der Sumpfgebiete, das urige Restaurant und die Fahrten mit dem Motorboot, welche ein paar spritzige Momente beinhalten.
Dagegen kommt die dünne Story zu keiner Zeit an, denn das Katz- und Maus-Spiel läuft komplett überraschungsfrei ab, einschließlich des Showdowns.
Darstellerisch agieren die meisten auf brauchbarem TV-Niveau, was für einen trashigen Streifen dieser Kategorie völlig ausreicht.

Am Ende bietet „Swamp Shark“ dessen CGI außerhalb seiner Attacken passabel ausfallen (ansonsten eher unterdurchschnittlich zu betrachten sind), passablen Tierhorror auf durchschnittlichem Niveau. Er wird flott erzählt, bindet teilweise interessante Figuren ein, scheitert im Endeffekt jedoch daran, sich auch nur ansatzweise von der Masse abzuheben.
Eingefleischte Fans warten am besten, bis er im Spätprogramm eines dafür bekannten Senders läuft.
5,5 von 10

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