Inhaltsangabe

von PierrotLeFou

Gemeinschaftsfilm von sieben Regisseuren unter ...

... Chris Markers Leitung. Die Kitty Hawk liegt im Golf von Tonkin: Flugzeuge werden mit weiteren Bomben bestückt. Soldaten in Nordvietnam und Vi?t c?ng schieben sich durch das Dickicht. Ebenso Fidel Castro in Kuba, wo er das Jahr 1967 als Jahr von Vietnam ausruft.
"Loin du Vietnam" versucht gemäß seinem Titel, das Geschehen in Vietnam auch über das Geschehen an anderen Orten und auch über eine Außenperspektive zu schildern: In Nordvietnam floriert die Herstellung von Schutzwällen & -schildern. Hubert Humphrey sieht sich während einer Europareise heftigen Anti-Vietnamkriegs-Demonstrationen ausgesetzt. In New York marschiert eine Parade zum Tag der Kriegsveteranen durch die Straßen. Vietnamkriegs-Gegner demonstrieren - während Gegendemonstranten von der Wall Street "Bomb Hanoi!" deklarieren. In Nordvietnam agieren zwei Kabarettisten vor dem Publikum eines Dorfes als Johnson und McNamara, die der Lächerlichkeit preisgegeben werden.
Ein von Resnais inszeniertes Spielfilm-Segment lässt Bernard Fresson als Claude Ridder agieren: ein fiktiver Intellektueller, welcher über seine gemischten Gefühle, Bedenken und Einsichten bezüglich des Vietnamkriegs spricht; über den neuen Blick auf Amerika, über die eigene, bequeme Situation von Demonstranten im sicheren Frankreich, über Moden der Linken, über die Farbigen in der US-Armee, über "linke Idioten" und "rechte Bastarde", über die Hoffnung auf Koexistenz...
Flash-Backs vom Ende des Indochina-Krieges, welche die Zeit von 1954 bis Mitte der 60er Jahre rekapitulieren: Genfer Indochinakonferenz, Teilung Vietnams, das Wirken der Amerikaner in Süd-Vietnam - als Archivmaterial, welches mit zeitgenössischen Comic-Inserts ergänzt wird, und als Animation dargeboten.
Einschub eines von Godard inszenierten Essays über seine Möglichkeiten als Filmemacher bezüglich des Vietnamkriegs: An seiner großen Mitchell-Kamera sitzend erzählt er von der zwölf, achtzehn Monate zuvor verweigerten Genehmigung, in Nordvietnam zu drehen. Er anerkennt diese Entscheidung, spricht über seine Vietnam-Thematisierung in "La chinoise" (1967) - und darüber, sich zu solidarisieren, indem man sich seine eigenen Vietnams schafft, seine eigenen Kämpfe für ein soziales Anliegen. Er spricht über sein gelegentliches Versagen diesbezüglich und darüber, wie schwierig es ist, über Bomben zu sprechen, wenn man selbst ihnen nicht ausgesetzt ist. Ausschnitte aus "La chinoise", den Streik-Filmen der Groupe Medvedkine und Archivmaterial aus Vietnam bebildern diesen Beitrag zusätzlich.
"Lyndon Johnson Told The Nation" erklingt. Dazu Bilder aus Vietnam, des Vi?t c?ng, der US-Armee. Michèle Ray, die eine Reportage über den Einsatz der Amerikaner in Vietnam anfertigen sollte, berichtet im Anschluss per Voice Over über ihre gewandelten Ansichten, nachdem sie einige Wochen vor Ort verbracht hat; derweil laufen die von ihr stammenden dokumentarische Aufnahmen - gegen Ende voller Bildstörungen, welche der Kommentar als Ausdruck der Empörung und des Schreckens deutet.
William Childs Westmoreland spricht als verrauschtes Fernseh-Bild über den Einsatz in Vietnam. Fidel Castro spricht über die Charakteristika des Guerilla-Kampfes und seine Sicht auf Vietnam. Die Witwe von Norman Morrison, der sich 31jährig aus Protest gegen den Vietnamkrieg vor dem Pentagon verbrannt hat, spricht mit weiteren Familienangehörigen über das Opfer, das Morrison gebracht hat.
Mit Bildern der massiven Anti-Vietnamkriegs-Demonstrationen am 15. April 1967, welche zuletzt mit Aufnahmen aus Vietnam ergänzt werden, endet der Film.

Details
Ähnliche Filme