Schöne Farben und Muster - vielleicht 'was weniger Künstler und mehr Schuster?!
In diesem eher verkopften, unbekannten und gefühlskalten Godard folgen wir einer attraktiven Pariserin in eine abgelegenere, fiktive französische Stadt (die eher Amerika gleicht), wo sie dem Tod eines ihrer ehemaligen Kollegen und Liebhaber nachgeht und in einen gefährlichen, comichaften Komplott aus Style, Tonbändern und Schüssen gerät...
I Don't Get It... aber muss ich das überhaupt?!
Hässliche Filme kann Godard nicht. Unmöglich. Aber sperrig, eingebildete und etwas nervige? Ja, schon eher. Und leider - obwohl ich etliche seiner Werke wirklich grandios finde - ist "Made in U.S.A." ein solcher Fall für mich, in dem die audiovisuelle Brillanz nicht seine inhaltliche Leere, Sprunghaftigkeit und hohe Nase übertünchen kann. Die Farbe und Muster, das Breitbild und die Damen, die pulpigen und comichaften Bezüge und filmischen Referenzen an den Film Noir, alles augenzwinkernd und mehr als ikonisch, von Tarantino bis Edgar Wright hat das eine Menge bewegt und geprägt. Ja, dem ist so und das würde ich nie bestreiten. Da ist auch "Made In U.S.A." eher Beispiel als Ausnahme. Eine wirklich attraktive Oberfläche und liebreizende Spontanität. Doch leider langweilt mich selbst das, wenn Inhalt und Geschichte und Figuren und sogar Themen (!) für mich vage bis gänzlich abgeriegelt bleiben. Das verkommt dann zur Stilblüte. Während etwa ein "Breathless" von ihm alles, einfach ALLES, vereint und somit beide Seiten seiner Medaille meisterhaft zusammenführt, ist "Made In U.S.A." leider eher das Gegenteil davon und erweist seinem Regisseur den berühmten Bärendienst. Für mich also einer der schwächsten Godards und ehrlich gesagt auch eine der schwächeren Criterion-Scheiben, die ich je gesehen habe. Unter deutlicher, stylischer Bewährung und womöglich erhellenderer weiterer Sichtungen - in zwanzig Jahren...
Fazit: einer der kleineren und verzwickteren Godards, die mich visuell zwar bezirzen - die kurze Laufzeit und schönen Frauen, bizarren Dialogen und modischen Kniffe tragen auch dazu bei - zu denen ich aber dennoch nur wenig inhaltlichen, charakterlichen und thematischen Zugang finde. Wohl eher ein Paradebeispiel, was die Leute über Godard (zum Teil zu unrecht) denken und über ihn lästern a la "Style over Substance". Höchst politisch, höchst eratisch.