Review

In regelmäßigen Abständen erwischt man aufgrund des trügerischen Covers (und weil man den Inhalt oft nur kurz überfliegt) diese Rohrkrepierer, die den Betrachter für dumm verkaufen wollen.
Dazu gehört zweifelsohne vorliegender Streifen, der bis auf zwei kämpfende Ladys nicht allzu viel zu bieten hat.

Jene sind die amerikanische Agentin Lila und die chinesisch-russische Killer-Dame Ekaterina, die sich zusammenraufen, um in ein geheimes Labor einzudringen. Denn seit anno 1982 eine fliegende Untertasse in der Sowjetunion abgeschossen wurde, bedienten sich Wissenschaftler einem neuartigen chemischen Element, um massive EMP-Bomben zu basteln, die das Gleichgewicht in verschiedenen Staaten aus dem Gleichgewicht bringen sollen…

Der temporeiche Einstieg mit diversen Handlungssträngen macht zwar zunächst Laune, bringt aber andererseits nicht auf den Punkt, worum es überhaupt geht: Ehemalige Bombenleger in der Antarktis, Lila bei General Unger (Adrian Paul), der ein Geheimnis über ihren Vater bewahrt, eine verheerende Explosion mittels einer versteckten Bombe und der Abschuss der Untertasse durch zwei Kampfjets (was okay gestaltet wurde) machen noch nicht deutlich, dass ein überaus dubioser General offenbar im Auftrag einer internationalen Organisation Bomben herstellen lässt, welche in einem extrem gesicherten Gebäude weiterentwickelt werden.
Der Vorlauf versäumt einen Sympathieträger zu etablieren und meint, mit einigen brauchbaren Satellitenbildern eine globale Bedrohung ausdrücken zu können, was nicht so recht funktioniert.

Leider bleiben die Effekte rar gesät und man sollte sich eben nicht anhand des Covers auf Bombast und Katastrophenstimmung einstellen. Zwar detonieren ein bis zwei Bomben, doch der Einsatz wurde eher unauffällig untergeschoben, als dass jene Momente zelebriert würden.
Vielmehr konzentriert man sich auf die beiden Agentinnen, die einen selten dämlichen Plan verfolgen: Die Karte des Sicherheitschefs muss kopiert werden, also schleusen sich die zwei als Erotik-Tänzerinnen in seinem Stamm-Club ein, wobei die Tanzeinlagen gefühlte fünf Minuten geprobt werden, ohne dass es wirklich erotisch zugeht.
Im Club kommt es dann zu den wenigen Prügelszenen, denn die Damen sind zumindest recht beweglich und nehmen es bisweilen auch mit einem Dutzend Sicherheitsleuten auf.
Choreographie in Ordnung, nichts Raffiniertes, aber gewissermaßen die wenigen Momente mit Hand und Fuß.

Denn indes verkommen diverse Machtspiele und Kompetenzgerangel zur reinsten Farce, da tauchen plötzlich eingeschleuste Doppelagenten auf, wieder andere offenbaren erst gar keine Zugehörigkeit oder irgendwelche Motive, nur der Befehlshaber in der Forschungsstation spiegelt das Bild eines facettenlosen Bösewichts ohne Skrupel wider.
Zwar bleibt das Tempo bis zum Ende recht hoch, doch viele völlig unnötige Szenen rauben dem an sich munteren Treiben regelmäßig seinen Unterhaltungswert.

Von daher bietet „Cold Fusion“ unausgegorenen Stoff, der über weite Teile uninspiriert und ideenlos daherkommt, ab und an mit passablen Fights überrascht, doch anderweitig lahme Figuren in witzlosen Dialogen präsentiert.
Der komplette Agentenkram interessiert am Ende überhaupt nicht mehr und lediglich der Showdown mit finaler Explosion und kurzen spannenden Sekunden unterhält im Vergleich zum banalen Mittelteil.
Preiswert produziert, schwach performt, arglos und ohne sonderliche Finesse in Szene gesetzt, ist der Streifen ein gutes Beispiel dafür, dass auch zwei Power-Frauen kaum gegen ein dämliches Drehbuch ankommen können.
3,5 von 10

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