kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 17.02.2013
Friedkins Groteske demontiert die amerikanische White-Trash-Familienstruktur mit einem Knalleffekt, der sich echt gewaschen hat. So psychopathisch die Rolle Killer Joes angelegt sein mag - ohne, dass sich die Familie selbst zerfleischen würde, wäre "Killer Joe" nur ein konventioneller Psychothriller. Friedkin aber lässt Passivität (Thomas Haden Church), Aggressivität / Verzweiflung (Emile Hirsch) und Egomanie (Gina Gershon) jeweils ins Leere laufen, was den Familienkern zum Bersten bringt, und projiziert das verheerende Resultat auf die Jüngste (Juno Temple), deren Unschuld schon zu Beginn des Films verloren ist. Die psychologische Härte des Films ist enorm, so sehr, dass sich der Wahnsinn mitunter in Komik zu flüchten scheint. Im Kopf entstehen aber unentwegt Bilder des Terrors, der in der letzten Szene, die mehr als abrupt abbricht, auf die Spitze getrieben werden. Schon mit "Bug" war Friedkin in die Form zurückgekehrt, jetzt ist er wieder einer der ganz Großen.
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