Review

Bei der schwülstigen Titelmusik könnte man meinen, dass die "Hellraiser"-Reihe in die nächste Katastrophe schliddert, doch so schlimm ist es gar nicht. Ashley Laurence kehrt als Kirsty Cotton zurück, doch zunächst leider nur, um bis zum einführenden Autounfall ihren Ehemann Trevor einzuführen, sie selbst bleibt nach dem Sturz von der Brücke verschollen. Trevor hingegen, von Albträumen verfolgt, vom Job genervt und um seine Liebe geprellt, vermisst sie, ebenso die Polizei, was zwangsläufig an den krimilastigen Vorgänger erinnert. Als Thriller funktioniert dieses Sequel etwas besser, allein schon wegen der effektvollen Halluzinationen. Eine Gehirn-OP, ein aalähnliches Viech auskotzen und schließlich auch die Schmerzen verbreitenden Cenobiten, der Betrachter bekommt mehr geboten als in den beiden Vorgängern. Andererseits scheinen einige Frauen hinter Trevor her zu sein, die kleinen Sexspielchen sollen es denn auch sein, die Pinhead auf ihn aufmerksam machen. Spannender ist da schon das Verwirrspiel für Trevor, dessen Gedächtnislücken zu verstörenden Begegnungen zwischen Fiktion und Realität seines schizoiden Gemütszustandes führen. Sobald sich die widrigen Umstände zu einer paranoiden Verschwörungsstory entwickeln, wird auch diese Fortsetzung wieder sehenswert. Ein Sequel kann neue Wege beschreiten, erfrischend und wiederbelebend, genau so auch aufgesetzter Abklatsch mit Programm sein, die Gratwanderung gelingt Regisseur Rick Bota angesichts der beiden äußerst schundigen Vorgänger ganz gut, auch wenn die Logik mit Haken und Ösen hängt. Der Titel "Hellraiser" sollte schon längst nicht mehr drüberstehen, dann könnte man sich die obligatorische, abschließende Kettenhorrorszene auch sparen. Vor allem dann, wenn Clive Barkers Blutbäder ausbleiben, eine Freigabe ab 16 Jahren steht Pinhead einfach nicht gut. Wer die vorigen Teile nicht kennt wird mit den wenigen Erklärungen arg im Regen stehen gelassen, um sich den Sinn zusammenzureimen.

Fazit: Schon lange kein "Hellraiser" mehr, für sich genommen trotzdem annehmbar. Zumindest, wenn man dem inhaltlich ähnlichen Vorgänger etwas abgewinnen konnte. Gute 4/10 Punkten

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