Review

Ja, man sieht richtig, mittlerweile gibt es auch in der Hellraiser-Serie den sechsten Teil. Was erwartet uns nun? Dreht man die Hellraiser-Serie kaputt, oder schafft man es vielleicht doch, mal wieder einen etwas besseren Hellraiser-Teil abzuliefern?


Kirsty Cotton (Ashley Laurence) (vgl. Teil 1 & 2) ist mittlerweile verheiratet, und zwar mit Trevor. Bei einer Autofahrt der beiden kommt es zu einem Unfall, bei dem das Auto von einer Brücke in den Fluss kracht. Trevor kann sich aus dem Auto retten, Kirsty aber sieht er qualvoll ertrinken.
Urplötzlich wacht Trevor im Krankenhaus auf, wo ihm gleich wieder etwas zum schlafen gegeben wird. Als Trevor dann aufwacht, hat er sofort die Polizei auf den Fersen . Detective Lang hat ein großes Problem, Kirstys Leiche ist verschwunden. Man glaubt zunächst, sie hätte sich selber doch noch befreien können und lässt Trevor erst mal nach Hause gehen. Dort macht er sofort Bekanntschaft mit einer Frau, auch auf der Arbeit wird er von einer angemacht. Dazu plagen Trevor entsetzliche Kopfschmerzen, erkann sich an seine Vergangenheit nicht erinnern und leidet an Visionen, die ihn nicht mehr Realität und Fiktion voneinander unterscheiden lassen. Sein Kollege gibt ihm die Adresse ein Frau, Sage, die ihm mit Akupunktur von seinen Schmerzen befreien soll. Aber diese schafft es auch nicht, trotzdem geht Trevor weiter hin. Ferner muss Trevor Mitansehen, wie die Frauen in seiner Nähe umgebracht werden um dann wieder zu erkennen, das er alles nur geträumt hat, ...oder doch nicht? Mitlerweile verdächtig ihn auch die Polizei, dass Trevor seine Frau auch umgebracht haben könnte, da Kirsty von ihrem Vater und Onkel eine Menge Geld geerbt haben soll. Vielleicht kann Pinhead (Doug Bradley) ihm weiterhelfen, natürlich auf seine Art...


Nun ja, war der fünfte Teil meiner Meinung nach pure Langeweile mit einem, so muss man es sagen, kurze Auftritt von Doug Bradley als Pinhead, so überrascht Teil sechs doch. Zwar hat dieser Teil Ähnlichkeiten mit Teil fünf, doch ist dieser meiner Meinung nach viel besser und spannender aufgebaut.
Das liegt erst mal an der Story. Bis zum Ende hin blickt man nicht wirklich durch, man weiß nicht, was Realität, was Fiktion ist, es ergeht einem wie Trevor. Dabei gibt es geschickte Zeitsprünge, die einem zweifeln lassen, wo und wann man sich jetzt eigentlich befindet. Die Story ist weit weniger einschläfernd als die meiner Meinung nach lahme Story aus Teil, wobei wie gesagt, Gemeinsamkeiten durchaus vorhanden sind, nur hier halt besser rumgesetzt.

Wer Hellraiser schaut, erwartet nach dem gorearmen Teil fünf eigentlich nix mehr. So sollte man hier auch rangehen, sehr viel Gore gibt es nicht, aber etwas mehr als in Teil fünf, dafür auch nett umgesetzt und einmal fliegen die Ketten doch noch.

Nächste Frage, gibt es Pinhead hier überhaupt. Nun ja, sehr oft taucht Doug Bradley in der Rolle des Cenobitenführers nicht auf, doch ist er öfters zu sehen als in Teil fünf und verbreitet auch hier seine Weißheiten, wie schon in den ersten beiden Teilen. Dafür wurde an anderen Cenobiten gespart, die zwar kurz auftauchen, aber mehr Nebenprodukte sind wie in Teil 1.
Ferner muss man sagen, dass einem Pinhead hier wieder etwas distanzierter vorkommt wie in Teil eins. Man weiß nicht so recht, ist er böse, ist er gut, was will er wirklich? Dazu gibt es einige Anspielungen, besonders auf den ersten Teil, was dem Film sichtlich gut tat.
Auch Ashley Laurence hat hier nicht die unglaublichen großen Auftritte, aber wie gesagt, es fügt sich alles zusammen.
Das Ende kann man getrost als sehr gut bezeichnen, hier ist Pinhead in seinem Element wie schon in Teil eins und zwei. Und wenn er das Finale ankündigt, darf man gespannt sein, denn Pinhead hat noch einiges zur Aufklärung zu bieten. Dazu kommt das bekannte, markante Auftreten und die wie immer, zumindest im Original, sehr düstere Stimme des Cenobiten.

Regisseur Bota hat aber meiner Meinung nach einen großen Fehler gemacht: Als Deleted Scene befindet sich auf der DVD ein längeres Gespräch zwischen Kirsty und Pinhead. Kenner der beiden ersten Teile werden erfreut sein, wenn sie diesen Dialog hören. Warum Bota den rausgenommen hat, kann ich nicht verstehen.


Fazit: Hellraiser wird eh nicht mehr, wie es einmal war (s. Teil 1 und Teil 2). Aber hier hat man wieder einen besseren Film geschaffen, der sich zumindest teilweise an die guten alten Zeiten erinnert, mit einem Pinhead wie man ihn sehen möchte und einem sehr gelungenen Ende. Meiner Meinung nach um Klassen besser als Teil 5, da auch die Story mir viel mehr zugesagt hat.

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