Der sechste Teil von Clive Barkers dürsterer Short-Novelle hält sich unangenehm stark an jene Vorgaben, die der ohnehin schon zwiespältige fünfte Teil vorgegeben hatte: statt eines richtigen Horrorfilms wurde ein Verwirrspiel produziert, das durch viele kleine -ist-das-nun-echt-oder-doch-nicht-Szenen aufgefüllt worden ist. Ist es in "Inferno" noch der Mörder selbst, aus dessen Perspektive berichtet wurde, so findet man hier den einzigen stilistischen Unterschied zum Vorgänger. Der Einsatz von "Kirsty Cotton" wirkt unverschämt blass und sollte bestenfalls ignoriert werden. Die Hellraiser-Fans werden beim ideenlosen Einsatz der Cenobiten- diese wirken ungefähr so beängstigend wie Jack Nickolson...allerdings in "Besser geht's nicht" - rot vor Wut werden. Hat man bei "Inferno" noch die Horrorschwächen übersehen, weil der Film einfach anders als seine Vorgänger war (und damit nicht langweilig), so wirkt die Wiederholung derselben Handlung in Hellseeker wohl das schlimmste, was die Produzenten tun konnten. Für vermutlich noch weniger Moneten wird bereits der nächste Teil an den Start geschickt, vermutlich wieder mit der gleichen "tollen" Grundidee...so macht man effektiv einen Klassiker zunichte. Als Fan sollte man tatsächlich spätestens mit Teil vier aufhören, weil der wenigstens noch Spass machte (so sehr ihn auch die Produzenten verhunzt haben). Als Hardcore-Fan ist schon bei Teil zwei Schluss, denn alles was danach kam, hatte kaum mehr was von der eigentlichen Hellraiseridee.
Die Effekte sind sehr sparsam, aber immerhin hat Gary Tunnicliffe optimal gearbeitet, was man von den visual-FX-Leuten nicht behaupten kann. Diese wirken unglaubwürdig und der "Doppelkopf"-Effekt gehört zum schlechtesten, was ich jemals gesehen hab.
Ach ja, wie schön wäre es doch gewesen, wenn man Pinhead einfach zur Splatterfigur weitervermarktet hätte und wenigstens versucht hätte, auf Hellraier III - Niveau zu bleiben - immerhin besser als solche Möchtegern-durchdachten Schnellschüsse auszuwichsen...tschuldigung: auf den Markt zu werfen.
Bei aller Kritik, wenigstens sind noch keine Halloween H20 - Untiefen erreicht...kommt noch, sagt mir die Stimme in meinem Kopf. Tja.
Fazit: bei der raren Ausbeute, die das Horrorgenre zur Zeit liefert, nimmt man jeden Strohhalm, selbst wenn man wehmütig mit ansehen muss, wie einer seiner Lieblingsklassiker durch so was an Zauber verliert.
Härte: 5 von 10
Gesamteindruck: 3 von 10