Review

Hellraiser: Hellseeker ist doch tatsächlich der erste Teil der Erfolgsreihe, der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Freilich hat der ähnlich Inferno eher als Thriller konzipierte Film seine stimmungsvollen Momente, doch mangelt es neben ausreichender Präsenz der Cenobieden hier vorallem am "gewissen Etwas", das frühere Hellraiserepisoden auszeichnete. Der Film findet zu keinem Zeitpunkt eine klare Linie, vieles wirkt halbherzig und uninspiriert; schnell hat man den Eindruck einer lieblos hingeklatschten Videoprojektion. Den einzigen Höhepunkt liefert das Finale, welches neben einer der kultigen Ansprachen Pinheads ein Wiedersehen mit Kristy bietet. Böse Zungen werden sicher behaupten, dies habe nur den Zweck um den schwächelnden Film den wartenden Fans ein wenig schmackhaft zu machen - übrigens auch meine Meinung da dieses Ereigniss sonst keine größere Bedeutung für den Film besitzt - aber immerhin rettet es Hellseeker vor dem Abfall unter das Mittelmaß.
Gorehounds sollten den Film besser direkt meiden, es gibt kaum etwas zu sehen, abgesehen von einem Kopfschuss und relativ unblutig eindringenden Ketten. Aber dies ist kein Kritikpunkt, Inferno hat bewiesen, daß auch ohne Hektoliter Lebenssaft ein guter Hellraiser-Streifen möglich ist.
Es sind hauptsächlich Story und fehlende Hellraiser-Atmosphäre, die dem Film die Punkte kosten. Die Inszenierung hingegen ist routiniert, die Optik passagenweise ansprechend und die schauspielerrischen Leistungen jenseits von Gut und Böse.
Schade, hoffentlich kann Deader der Reihe wieder zu neuem Leben verhelfen. Mich wundert es wenig, daß der Film in Deutschland noch nicht erschienen ist...

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