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Seit einem Autounfall, bei dem seine Frau Kirsty ums Leben gekommen ist, leidet Trevor Gooden unter zeitweiligem Gedächtnisverlust und merkwürdigen Visionen. Bald schon kann er nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden und sieht sich von unheimlichen Gestalten verfolgt. Da Kirstys Leiche unauffindbar bleibt, beginnt der ermittelnde Detective Lange im Privatleben des Witwers herumzuschnüffeln. Der Polizist vermutet schon bald, dass dieser den Unfall nur inszeniert hat, um an das Erbe seiner Frau zu gelangen. Derweil kommt es zu mysteriösen Todesfällen im Kreis von Trevors Nachbarn und Bekannten, die sich niemand erklären kann. Hat das Ganze etwas mit der antiken Puzzle-Box zu tun, die Trevor Kirsty vor kurzem zum Hochzeitstag geschenkt hat und von der man sagt, dass sie das Tor zur Hölle öffnet...? Mit den einst von Clive Barker erdachten S/M-Horror-Phantasien hat "Hellraiser: Hellseeker" nicht mehr allzu viel am Hut, stattdessen reitet man ohne großen Aufwand auf der damals gerade hoch in Mode stehenden Welle von Mindfuck-Movies. So findet man sich hier unvermittelt in einem Mischmasch aus verschiedenen Handlungs-Ebenen, Flashback-Sequenzen und alptraumhaften Szenen wieder, in dem man sich auch mit zunehmender Laufzeit nicht wirklich zurechtfindet. Bei der Auflösung des Ganzen dürfte dann Adrian Lynes Meisterwerk "Jacob's Ladder - In der Gewalt des Jenseits" Pate gestanden haben, wobei das vorliegende Retorten-Filmchen natürlich nie an die verstörende Stimmung des geradezu schon als überlebensgroß zu bezeichnenden Vorbilds anschließen kann. Und da auch die Zenobiten rund um Pinhead dieses Mal eine eher untergeordnete Rolle spielen, mussten die Produzenten zu dem Kniff greifen, mit Ashley Laurence die Hauptdarstellerin der Teile 1 und 2 wieder ins Boot zu holen, um überhaupt noch irgendeinen Fan für diesen Streifen zu interessieren. Diese hat als Kirsty Cotton allerdings nur eine bessere Statisten-Rolle und kann somit auch nichts mehr reißen. Was bleibt ist ein nach Schablone gefertigter Beitrag zur Franchise, den man aufgrund der vielen Krimi-Elemente (Ermittlungen der Polizei, etc.) unweigerlich mit dem direkten Vorgänger "Inferno" vergleicht und der dabei einen nicht ganz so gelungenen Eindruck macht... jener wirkte nämlich doch ein gutes Stück innovativer und in der Heraufbeschwörung irrealer Szenarien wesentlich weniger konturlos. Um die allzu offensichtliche Klaumentalität und die unausgegorene Story etwas zu kaschieren, stürzt Regisseur Rick Bota sich aber zumindest mit vollem Elan in die Inszenierung der einzelnen horriblen Episödchen und so gelingt es ihm auch, den einen oder anderen Schock wie beabsichtigt sitzen zu lassen. So betrachtet hat er sich also durchaus für den Regie-Posten der beiden nachfolgenden Fortsetzungen "Deader" und "Hellworld" empfohlen, auch wenn er hier am bräsigen Skript nichts mehr schrauben konnte. Die Reminiszenzen an bekanntere und bessere Filme, mit denen die beiden Drehbuchautoren ihre Geschichte gespickt haben, gereichen "Hellseeker" dann auch eher zum Nachteil und lassen den Streifen ob des ständig präsenten Déjà-vu-Gefühls nicht über den Durchschnitt hinauskommen... aber ehrlich gesagt fällt er damit für mich, was die Qualität der (seit jeher überbewerteten) Reihe anbelangt, wirklich nicht allzusehr ab, sorry...

5/10

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