Oliver Stone wagt einen Blick hinter die Kulissen des Profi-Footballs.
Story:
Tony (Al Pacino) gibt seit 20 Jahren als Trainer des Footballteams der Miami Sharks alles für den Erfolg. Doch in der neuen Saison schwächelt die Mannschaft und Tony gerät in die Schusslinie der Kritik. Auch die Teambesitzerin Christina Pagniacci (Cameron Diaz) will ihn loshaben. Zu allem Überfluss verletzen sich die zwei Quarterbacks der Sharks und Tony muss den jungen und unerfahrenen Willie Beamen (Jamie Foxx) einsetzen. Der entwickelt sich zum Liebling der Massen und spielt immer besser. Doch sein Verhältnis zu Tony zerrüttet sich immer mehr...
Oliver Stone lässt den Film mit einem Footballspiel der Sharks beginnen, das einen vom Sessel fegt. Schnelle Schnitte, Hochglanzoptik und ein Bombensound lassen den Zuschauer mit offenem Mund dasitzen. Und so geht es weiter: In der ersten Stunde wird fast nur Football gespielt, ständig unterlegt von passender Musik, die am Anfang aus Rock besteht und später leider zu Hip Hop übergeht. Da hätte man konsequenter sein müssen und eher auf Rock setzen sollen.
Danach nimmt Oliver Stone etwas Tempo raus. Nun wird mehr auf die einzelnen Charaktere eingegangen. Besonders das Leben des neuen Stars Beamen wird ausführlich geschildert und wie sein Verhältnis mit Trainer Tony langsam den Bach runtergeht. Außerdem wird Christinas Privatleben genauer beleuchtet. In dieser Phase des Films wird deutlich Kritik an dieser Sportart geübt. Die Spieler sind nur an Partys und Geld interessiert und die Medien bestimmen, wer wie viel verdient. Daher auch das Zerwürfnis Willies mit seinem Trainer: Tony will Kämpfer, die stets für das Team da sind, Willie ist ein Egozentriker. Alles in allem dauert diese Phase des Films etwa eine dreiviertel Stunde und ist durchaus nicht immer spannend. Viele Dialoge scheinen ein wenig sinnlos und es kommt schon etwas Langeweile auf.
Der Schluss macht das aber wieder wett: Motiviert von Tonys Rede (die etwas zu patriotisch ist) gehen die Sharks in das letzte, entscheidende Spiel. Was hier für eine Bilderflut geboten wird, ist eine Klasse für sich. Schnelle Schnitte, Zeitlupensequenzen, Überblendungen, jubelnde Zuschauer, coole Musik... Einfach stark! Das Spiel geht im Film etwa über 25 Minuten und ist spannender als mancher Thriller. Und ganz zum Schluss gibt’s dann auch noch eine nette Schlusspointe, wodurch das Ende sehr gut in Erinnerung bleibt...
Erwähnenswert ist für mich noch das FSK 12. Da sieht man Männer in Frontalansicht nackt unter der Dusche, einem Footballspieler fällt das Auge raus, was man doch recht deutlich sieht und sogar in der deutschen Fassung kommt in fast jedem Satz das Wort mit "F" vor. Naja liebe FSK, solang man keine Einschusslöcher sieht...
Schauspieler:
Al Pacino so genial wie immer. Man ist von ihm schon gar nichts anderes mehr gewohnt, die Rolle des Trainers Tony passt perfekt zu ihm. Auch die Synchronstimme ist gut, aber natürlich ist er im Original nicht zu toppen.
Cameron Diaz finde ich etwas fehlbesetzt. Die Rolle der ehrgeizigen Teambesitzerin nehme ich ihr nicht so ganz ab.
Jamie Foxx ist von den Hauptdarstellern der unbekannteste. Aber er spielt bravourös den Star Willie Beamen. Manchmal liebt man ihn, manchmal hasst man ihn, so soll es sein.
Der Rest ist ebenfalls exzellent gecastet. Wie viele Stars sich hier ein Stelldichein geben, wurde mir erst im Abspann klar: Charlton Heston, Matthew Modine und Elizabetz Berkley hab ich während des Films gar nicht erkannt. Des weiteren sind in Nebenrollen zu sehen: James Wood, LL Cool J und Dennis Quaid.
Erwähnenswert sind auf jeden Fall noch Sound und Musik: Wenn eine Horde Footballspieler auf einen zugerannt kommt, die Mannschaft unter tosendem Beifall der Menge das Spielfeld betritt oder ein Haufen Spieler gegeneinander klatscht kann ich nur empfehlen: DVD rein, aufs Sofa setzen und volle Lautstärke!
Die Musik ist auch großartig, sie ist ständig während der Footballspiele zu hören. Leider wird zum Schluss verstärkt auf Hip Hop statt auf Rock gesetzt, nicht so mein Fall, trotzdem in Ordnung. Der Schlusssong ist jedenfalls auch klasse.
Fazit: Visueller Bilderrausch von Oliver Stone. Mit zahlreichen Top Stars garniert und mit Schwächen zur Mitte hin. Dennoch: wer sich nur ansatzweise für Football interessiert, dem kann ich diesen Film uneingeschränkt empfehlen!