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In „An jedem verdammten Sonntag“ entfacht Oliver Stone einen packenden und mitreißenden Bildersturm sondergleichen.
Es beginnt bereits mit einer sehr langen Spielsequenz zu Beginn, bei der das Team der Miami Sharks unter der Leitung von Coach Tony D'Amato (Al Pacino) zum wiederholten Mal geschlagen wird und zudem auch noch ihr Quaterback Jack 'Cap' Rooney (Dennis Quaid) eine schwere Verletzung erleidet. Zwar wird der Zuschauer direkt ins Geschehen geworfen, aber das bisschen daraus resultierende Verwirrung verstärkt die Intensität der furiosen Eingangssequenz nur noch.
Tony hat gewaltige Probleme: Er lebt nur noch für seinen Job, so dass sein Privatleben sich beinahe auf Null beläuft und zu allem Überfluss hat Christina Pagniacci (Cameron Diaz), die Tochter des verstorbenen Besitzers, die Leitung übernommen – und sie steht auf Kriegsfuß mit Tony. Denn sie will Resultate sehen, während Tony nicht möchte, dass man ihm in sein Training hineinredet. Damit wäre dann auch der grobe Rahmen für das Geschehen abseits des Spielfeldes gegeben, wobei das wie so oft bei Sportfilmen im Grunde eher die Zeit zwischen den Spielszenen füllt.

Da naht die Rettung in Form des unerfahrenen Quaterbacks Willie Beamen (Jamie Foxx), der als Vertretung für Cap einspringt und bald überraschende Erfolge für das Team einfährt. Das stimmt sowohl Tony als auch Christina zufrieden und hängt den Haussegen wieder halbwegs gerade. Doch nicht lange, denn Willie steigt der Erfolg zu Kopf und er entwickelt sich zu einem Egomanen der sich die Sympathie seines Teams verspielt...
Die Handlung von „An jedem verdammten Sonntag“ ist recht gut und spannend geraten, wenn man im Hinterkopf behält, dass bei den meisten Sportfilmen die Spielszenen das Publikum am meisten interessieren und die Handlung dann teilweise mehr ein notwendiges Übel ist. Doch der Plot ist durchaus gelungen, vor allem weil Stone den Spielszenen so viel Raum zugesteht, aber auch eine exzellente Besetzung herangeschafft hat. Da verzeiht man auch, dass die Story um das zerrissene Team, den aufrechten Coach, die geldgeile Managerin und alle anderen Elemente altbekannt und schon zig mal da gewesen ist. Auch die Klischees wie die Dekadenz der Spieler (Partys, Nutten, Drogen etc.) oder das körperliche Kaputtschuften der Spieler können so ausgebügelt werden. Außerdem versucht den Stone nicht alles hineinzupacken und lässt den Film an einem wichtigen Punkt enden; das „Nachspiel“ wird dann noch kurz vorgetragen und alle offenen Fragen geklärt, ohne dass man zuviel in den Plot hineinpresst.

Die Spielszenen sind wirklich virtuos und packend inszeniert: Die Kamera rast über das Spielfeld und fängt die Atmosphäre in den recht langen Spielszenen perfekt ein. Dabei entsteht sogar Spannung wie bei einem echten Footballspiel, was „An jedem verdammten Sonntag“ hoch anzurechnen ist und ihn zum wahrscheinlich besten der Sportfilme macht. In den Spielen gibt es zudem jede Menge Tempo, so dass einem auch nie die Abwechslung fehlt. Stellenweise verwundert der Härtegrad, z.B. als ein Spieler sein Auge verliert.
Dazu gibt’s noch ne Top-Besetzung oben drauf: Vor allem Hauptdarsteller Al Pacino ist als Anti-Held große Klasse. Cameron Diaz ist auch recht gut, zumal sie sonst eher schwache Performances bringt. Die Nebenrollen sind prominent besetzt mit Leuten wie Dennis Quaid, Jamie Foxx, James Woods, Matthew Modine und LL Cool J, die auch alle wirklich überzeugende Leistungen erbringen.

„An jedem verdammten Sonntag“ ist der wohl beste alle Sportfilme; zwar wie alle Filme des Genres mit ein paar Handlungsschwächen, aber toll inszeniert und packend.

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