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Tony D'Amato ist der langjährige Trainer der Miami Sharks. Diese haben jedoch schon vier Spiele in Folge verloren, weshalb er auf die Abschußliste der knallharten Team - Besitzerin gerät. Als während eines Spiels gleich zwei Quarterbacks ausfallen, setzt Tony den jungen Willie Beamen ein, der es tatsächlich schafft, das schon verlorengeglaubte Spiel noch herumzureißen. Er avanciert zum Superstar. Durch seine egonzentrische und eigensinnige Art zu spielen, kommt es jedoch nach und nach zu einem Split zwischen ihm und dem Teamgeist liebenden Tony...

Soweit zur ungefähren Rahmenhandlung. Oliver Stone wagt in "An jedem verdammten Sonntag" einen Blick hinter die Kulissen des Profi - footballs. Natürlich besteht ein nicht gerade geringer Teil des Films aus Spielszenen, was mich als Football - Unwissenden immer abgeschreckt hat. Jedoch sind gerade diese visuell extrem packend realisiert worden. Die Oliver Stone - typische Montage aus Bild und Ton erzeugt einen Bildrrausch, wie er im Sportfilm - Genre wohl einzigartig sein dürfte.
Zudem gibt sich in "An jedem verdammten Sonntag" die Top - Riege der Hollywoodstars die Klinke in die Hand.
Al Pacino spielt wie immer wunderbar und stellt den von inneren Konflikten geplagten Tony D'Amato absolut überzeugend dar. Auch Dennis Quaid kann in seiner Rolle als alternder Star - Quarterback zur Höchstform auflaufen.
Ferner wäre James Woods zu nennen, der den Korrupten Orthopäden ebenfalls sehr glaubwürdig verkörpert.
Jamie Foxx macht sich zwischen diesen Stars als Newcomer Willie Beamen sehr gut. Der Zuschauer schwankt immer zwischen Verachtung und Verständnis bezogen auf seinen Charakter.
Leider ist Cameron Diaz die absolute Fehlbesetzung in der Rolle der Team - Besitzerin. Man nimmt ihr im Prinzip nicht einen Dialog ab. Daß sie unsympatische Rollen verkörpern kann, hat sie in "Very Bad Things" eindrucksvoll unter Beweis gestellt, in "An jedem verdammten Sonntag" fällt sie jedoch unter den anderen Schauspielern sehr negativ auf.
Zum Film selbst ist zu sagen, daß es Oliver Stone gerade im Mittelteil gelingt, hinter die Kulissen der ganzen Sportvermarktung zu blicken. Hier beschönigt er in gewohnter Art und Weise absolut nichts. Die Spieler werden für ihren Einsatz gegen Drogen ausgezeichnet, nehmen aber auf der Toilette selber Koks und könnten ohne Amphitamine und Cortison nicht mal drei Schritte laufen. Kurz: Sie sind alle mehr oder weniger Wracks, die nur auf das schnelle Geld aus sind.
Umso unverständlicher ist nach diesen sehr guten Ansätzen, warum Stone gegen Ende des Films in den für ihn völlig untypischen Hollywood - Kitsch abdriftet. Zum Schluß herrscht auf einmal Friede, Freude, Eierkuchen, was nach dem Anfang absolut unglaubwürdig wirkt und nachhaltig negativ im Gedächtnis bleibt.
So wird "An jedem verdammten Sonntag" durch den grottenschlechten Schluß leider ein gutes Stück schwächer, als vermutet. Allerdings sind es alleine schon die Spielszenen wert, den Film gesehen zu haben.
5/10 Punkte

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