kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 06.05.2014
Nach „Gekotzt wird später“ nun also „Eiskalt“, und tatsächlich, beim hier Gebotenen kriegt man das kalte Kotzen. Sich selbst als ausrangierten Comicautoren zu inszenieren, der nicht mehr im Trend der Zeit ist, hat anno 90 vielleicht noch funktioniert, inzwischen ist der Keks aber längst ausgebröselt. Vielleicht hätte ein professioneller Schauspieler noch etwas reißen können, doch Rötger Feldmann gelingt es nicht, Sympathien für sich oder sein Sujet zu erzeugen, obwohl der wandelnde Anachronismus, der er ist, theoretisch durchaus seinen Reiz haben müsste. Die wieder offensichtlich (und schlecht) mit Computeranimationen unterstützten Trickaufnahmen entbehren längst jeden Reizes und jeder Pointe, was bei den Realfilmsequenzen ohnehin durchweg der Fall ist und schon immer war, obwohl es ja mal ganz witzig ist, die Vorlagen der Comicfiguren in Natura zu sehen. Dennoch, Brösel verpasst hier die Chance, dem Rockerkult ein Revival zu verpassen. Die Chance wäre dagewesen in einer Zeit, in der Vintage angesagter denn je ist – aber die ganze Flaschbier-Attitüde wirkt einfach ausrangiert und bemitleidenswert.
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