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Johnson Whittaker ist einer der ersten farbigen Kadetten, die an der Elite-Militärakademie West Point aufgenommen werden. Vielen seiner weißen Kollegen ist er ein Dorn im Auge. Ständig wird er drangsaliert, wobei die Attacken soweit gehen, dass er von seinen Kameraden gefesselt und brutal verprügelt wird. Doch es sind nicht diese Kadetten, die vor ein Militärgericht gestellt werden. Es ist Johnson Whittaker, dem man vorwirft, diesen Angriff auf sich selbst inszeniert zu haben, um einem Philosophie-Examen zu entgehen. Verteidigt wird Whittaker von einem Rassisten und einem jungen Anwalt, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Aber wie verteidigt man einen Mann, den das US-Militär unbedingt los werden will?

Auf einer wahren Begebenheit beruft sich Skandal in West Point, was hier aber wirklich glaubwürdig ist, denn für diesen Film nahm man die noch existierenden Gerichtsakten (immerhin stammt der Fall aus dem Jahre 1880, also gerade mal 15 Jahre nach dem Bürgerkrieg) zu rate und schildert den mehr als steinigen Weg eines West Point Abschlußklässlers, der nach bestehen der Prüfung die Offizierslaufbahn einschlagen würde. Dummerweise ist Kadett Whittaker der erste Schwarze in solch einer Position und so tut die weiße Oberschicht alles nur erdenkliche, um ihm Steine in den Weg zu legen, bis hin zu falschen Anschuldigungen, die zu einem Kriegsgericht führen.
Der Film spielt aber nicht ausschließlich die Rassismus Karte, sondern könnte sowohl auch als Gerichts-Thriller oder als Psychoduell der beiden Verteidiger durchgehen. Chefverteidiger Chamberlain ist ein Weißer, während sein Berater Greener ein farbiger ist, der schon bald Zweifel an den Motiven seines Kollegen hegt, denn dessen Verteidigung läßt doch einige Zweifel an den eigentlichen Zielen aufkommen. So wird vor dem Richter mehr und mehr die wahren Begebenheiten aufgedröselt, ob Whittaker nun Selbstverstümmelung betrieb oder ihm die anderen Kadetten eine mitgegeben haben. Etwas schade ist dabei, das die Lügen der weißen Azubis dermaßen offensichtlich sind, das dem Zuschauer nie auch nur der Ansatz eines Zweifels der nächtlichen Geschehen aufkommen, da hätte das Script gerne mal die eine oder andere falsche Fährte legen dürfen.
So dürfen sich die beiden Anwälte ein wenig in die Haare kriegen, während das Endergebnis aber auch hier schnell erahnt werden kann. So bleibt ein solider Thriller, von dem ich allerdings das Gefühl hatte alles schonmal so oder so ähnlich gesehen zu haben. Gab es nicht auch mal einen Film über den ersten Schwarzen Matrosen? Und ich wette das Drehbuch über den ersten schwarzen Präsidenten, also Obama, ist auch schon in Arbeit. Eine Anmerkung noch zur deutschen Synchro, man achte mal wie lustig einige Nebenrollen versuchen die Stimme zu verstellen, das nicht auffällt nur eine Handvoll Sprecher zu haben, auch vermißt man Jacksons markante und gewohnte Stimme, nächstes Mal etwas mehr Sorgfalt bitte.
6/10

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