Ryan Reynolds spielt einen Piloten, der auserwählt wird, von nun an zu den Green Lanterns, den Wächtern des Universums, zu gehören. Da er der erste Mensch ist, der nun zu den Green Lanterns zählen soll, begegnen ihm die übrigen Wächter zunächst skeptisch. Weitaus problematischer ist für ihn jedoch der Umstand, dass die Erde von einer bösen Macht bedroht wird.
Da Comic-Verfilmungen und 3D-Inszenierungen momentan in regelmäßigen Abständen erstaunlich hohe Einspielergebnisse erzielen, wurde nun mit "Green Lantern" also ein weiterer Comic-Held ins Rennen geschickt. Doch die Rechnung der Verantwortlichen ging nicht wirklich auf, der Film geriet zum Megaflop, das große Geld machen parallel andere wie "Transformers 3" und "Captain America". Dies spricht in diesem Fall eher für den Geschmack des breiten Publikums.
Denn "Green Lantern" ist letztlich trotz des hohen Budgets und der entsprechenden Mittel ein blasser, austauschbarer Film geworden, der überhaupt nicht aus der breiten Masse an Comic-Verfilmungen hervorzustechen vermag. Dies beginnt schon bei der Story. Zwar gibt es hier keine nennenswerten Längen und keinen allzu großen Leerlauf, dafür aber zu viele Klischees und zu wenig Innovation. "Green Lantern" besteht aus zahlreichen platten Dialogen und austauschbaren Charakteren. Da ist der glatte Senator, der mutige Held, der am Ende selbstlos alles aufs Spiel setzt, um die Erde zu retten und eine von Anfang an durchschaubare Love-Story. Der Handlungsverlauf verlässt dabei zu keinem Zeitpunkt die klassischen Handlungsbahnen des Genres und damit hält sich die Spannung letztlich in Grenzen.
Aber auch das, was eigentlich gut hätte werden sollen, ist letztlich eher enttäuschend geworden. Zwar ist die Idee, dass die Green Lanterns alles, was sie sich vorstellen können, materiell erscheinen lassen können, sehr gut und hätte viel Potential geboten, aber dieses wird halbherzig weitestgehend verschenkt. Die Bilder von Oa, dem Planeten der Green Lanterns, sind gut, die Welt sehr ansehnlich gestaltet worden, aber auch die guten Bilder sind rar. Die Effekte und Action-Sequenzen sind ebenfalls ansehnlich, aber die Action-Szenen quantitativ zu sparsam dosiert. So ist "Green Lantern" ein Film mit ganz netten Ansätzen geworden, spielt seine Möglichkeiten aber fast nie aus.
Die richtig großen Mängel bleiben derweil aus, da Martin Campbell nach "Vertical Limit", "Goldeneye" und "Casino Royale" eine gewisse Routine an den Tag legt. Zudem überzeugt der Cast durchaus. Ryan Reynolds, zuletzt in "Buried" mit starker Leistung, spielt die Hauptrolle solide, schafft es aber auch nicht seiner eindimensionalen Figur emotionale Tiefe zu verleihen. Der restliche Cast verfügt über zahlreiche große Namen wie Oscar-Preisträger Tim Robbins, Blake Lively und Peter Sarsgaard und auch hier gibt es gute Leistungen, vor allem von Sarsgaard zu sehen, aber letztlich sind die Charaktere einfach zu flach, als dass jemand einen nachhaltig guten Eindruck hinterlassen könnte.
Fazit:
Da sich die Comic-Verfilmungen momentan förmlich die Klinke in die Hand drücken, hätte "Green Lantern" definitiv niemand wirklich gebraucht. Nun ist er aber da und letztlich zumindest solide geworden, auch wenn das Potential beinahe vollständig verschenkt wird. Aus dem Mittelmaß sticht der Flop an den Kinokassen aber wahrlich nicht hervor und ist den Kinobesuch damit letztlich nicht wert.
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