Review

"I think it was fundamentally doomed from the start because there wasn’t really a functioning script or identity for it. A lot of these comic-book movies are world building, and without a clear idea of what the movie is really saying, it’s not going to materialize according to your expectations.

It was a little frustrating, but more than anything it was just sad because there were so many resources being poured into this thing when, at the end of the day, it just needed a stronger story and a stronger script and we just didn’t have that.

Going into “Deadpool,” we went in with a script that we’d completed five years ago."

~ Ryan Reynolds

“The point about Green Lantern is that whereas with Bond, I love Bond, I love the Bond films, I really enjoyed them, it was an event for me, I’m not a comic book fan. And the truth is I never should have done the film, but I did it because I had never done a comic book film before, so I think the blame rests on my shoulders to a large extent. It was a big studio movie, and the script was not up to par, we had Ryan Reynolds—terrific—and Blake Lively, so at least those two got together, we did create something.

The problem was I remember in the last six to eight weeks of pre-production, every day—and I mean every day, we had meetings about cutting the budget. ‘We need to cut the budget. How are we going to cut the budget.’ Every goddamn day. And I’d worked out a terrific ending for that movie. I remember I had this quite big office down in New Orleans, the production offices, and I plastered the walls with storyboards. It was like wallpaper everywhere for the ending of the movie, and they came in and said, ‘We can’t afford it. You have to cut it all.’ So in the end they came up with that crap ending. However, having said that, I never should have done it, but I did it. I don’t think I did a good job, so for me, for superhero movies, there are better people than me who ought to be doing those movies.”

~ Martin Campbell

Nicht weit mehr als etwas über zehn Jahre ist es erst her, als Ryan Reynolds als Garant für Kassenflops mit drohendem Abstieg in die B-Klasse gesehen wurde, hier das Paradebeispiel, für letzteres der Cameoauftritt bei Costners The Criminal, hier auch das Wunder der Wahl des Regisseurs dafür, eines handwerklich tätigen, im Bereich eines (Action)Thrillers beweglichen Mann. Ein Franchisestart sollte es werden, die Animationsfilme gelten mit zu den obereren Top Ten, eine neue Ära sollte es mit einleiten, nichts davon geschehen:

Vor Milliarden von Jahren auf Erde-12 nutzten die Wächter des Universums die grüne Essenz der Willenskraft, um eine intergalaktische Polizeitruppe namens Green Lantern Corps zu erschaffen. Sie unterteilen das Universum in 3.600 Sektoren, mit einer Green Lantern pro Sektor. Abin Sur [ Temuera Morrison ] aus Sektor 2814 besiegt das bösartige Wesen Parallax [ Clancy Brown ] und sperrt es im Verlorenen Sektor auf dem verlassenen Planeten Ryut ein, allerdings kann dieses später fliehen und seinen Gegner auch tödlich verletzen; dieser legt eine Bruchlandung auf der Erde hin und erwählt dort Hal Jordan [ Ryan Reynolds ], einen großspurigen, bei der von Carl Ferris [ Jay O. Sanders ] geleiteten Ferris Aircraft tätigen Testpilot als Nachfolger, der auch prompt auf den Planeten von den Veteranen Tomar-Re [ Geoffrey Rush ], Kilowog [ Michael Clarke Duncan ] und Corps-Anführer Thaal Sinestro [ Mark Strong ] trainiert wird; vor allem auch unter der Motivation seiner Jugendfreundin, heimlichen Liebe und Ferris-Vizepräsidentin Carol Ferris [ Blake Lively ], die schnell von seiner 'Nebentätigkeit' mitbekommt. Währenddessen wird der Wissenschaftler Hector Hammond [ Peter Sarsgaard ] von seinem Vater, Senator Robert Hammond [ Tim Robbins ], in eine geheime Regierungseinrichtung gerufen, um unter den wachsamen Augen von Amanda Waller [ Angela Bassett ] eine Autopsie an Abin Surs Leiche durchzuführen. Ein Stück Parallaxe im Inneren der Leiche dringt in Hammond ein und verleiht ihm übersinnliche Kräfte auf Kosten seiner Gesundheit und seines Verstandes.

Ein Science-Fiction-Film wird mit geboten, ein Fantasyfilm, von vor Milliarden von Jahren begonnen, die Geschichte wird den Unwissenden erklärt, die Erzählung von den Friedenswächtern, keine allgemein bekannte Figur. Mit Tricks und Spezialeffekten wird anfangs und am Ende nicht gegeizt, ein durchaus aufwändiges Projekt, ein Geschehen im Weltraum auch, mit Gimmicks und MacGuffins, ein interstellarer Bond quasi (nicht). Wie ein Animationsfilm sieht auch der Anfang aus, rein digital gehalten, die Spezialeffekte am Werkeln und am Schaffen, die Meisten haben da geistig schon abgeschaltet.

Campbell galt damals noch mit als Mann der Stunde, er hatte zweimal Bond neu gestartet, mit Mel Gibson gedreht, die Filmgeschichte vorangebracht, seit längerem schon im Geschäft, keine wirklich eigene Handschrift, eher ein Handwerker mit Geschmack und Timing, ab und zu mit etwas Glück wahrscheinlich auch, das muss man haben, nichts erledigt sich von allein, Glück gehört dazu, hier war es ihm nicht beschieden.

Die richtige Handlung beginnt in der Kindheit des späteren Helden, es geht um das Aufsehen zum Vater, um die Bücher von anderen Planeten, der erste Konflikt auch, schon am Blühen, ein Experimentalstart eines neuen Fliegers, einer neuen Maschine, die Jugend schaut begeistert zu, die Kinder jubilieren. Etwas geht schief, mächtig daneben, der Tower wird abgefräst, ein Blick in den Tod, ein Prägen des Wesens, eine Sozialität, die Bestimmung für später, Lebensformen vernichtet, neue herangezüchtet, ein paralleles Geschehen.

Ein Selektionsprozess findet statt, die Jahre sind vorangeschritten, Reynolds spielt anfangs noch so wie bekannt, wie aus seinen Highschool Komödien, es wurde ein paar ernste Versuche begangen und auch bestanden, sie wurden sogar gesehen, aber irgendwie blieb es nicht dabei, spätestens seit Deadpool mehr Alter Ego einer Figur als Schauspieler, die Wiederholung einer Rolle in anderen Sphären. Flugtests werden wieder absolviert, ein Finanzierungsprojekt, Militär und Wirtschaft und Technik, das Spielen mit Budget und Größe, eine Art Top Gun für Fortgeschrittene, mit Trauma und Ehrenrunden, mit drohendem Wiederholen einer Katastrophe, hier nochmal gut gegangen, dort nicht.

Auf die Kindheit wird angespielt, optisch und im Gespräch, die Jahre sind vorangeschritten, es hat sich einiges geändert, grundsätzliches nicht. Die Auswahl des richtigen Mannes für den richtigen Job bestimmt den Film, schon von vornherein, mittig auch, eine Weiterführung von 1993, von klein zu groß geworden, ein langes Vorgeplänkel, schon an der Struktur geflochten, der Strahlemann, der glänzende Held, cool in der Fassade, nach innen hin weicher Kern, bald auch mit intergalaktischen Kräften, im Film natürlich nur, nicht in der Wirklichkeit.

Ein Held wider Willen ist man, es wird mit komödiantischen Eindrücken gespielt, mit kunterbunten oder eher grünem, türkisfarbenen Entertainment, ohne Angst vor dem Tod, es ist Popcorn-Entertainment, es war als Animation und als Comic zuvor erfolgreich, als Live-Action nicht. Es werden einige Autostunts eingebunden, kleinere Angelegenheiten, zwischendurch sieht es aus wie Mars Attacks! Dass der Film damals nicht funktionieren konnte an der Kinokasse, sah man damals und sieht man heute immer noch, es war zu sehr gimmicky, zu sehr Camp, zu sehr abgedreht, selbst in den 'realen' Situationen, den 'normalen' Szenen, manche Figuren hier zu früh noch und zu unbekannt dem Zuschauer gegenüber, als Start ein Schwachpunkt, später vergeben (?) und vergessen (?!), eine Untersuchung, eine Obduktion, eine Autopsie, mit Fremdwörtern um sich geschmissen.

Beizeiten bleibt man Stocken, bleibt man Stecken, es wird mehrfach "Nein" im Film ausgesprochen, nicht zugehört, nicht darauf geachtet, einfach weitergemacht, auf Biegen und Brechen, mit Klischees gespielt, harte Schale, weicher Kern, das Übliche, dazu eine extraterrestriale Kraft- und Machtstruktur, einige unangenehme Bilder auch, zwischen Parodie und Folter, eine seltsame Mixtur, "ein sprechender Fisch", ein Wissensspeicher transformiert. Eine Einführung gibt es, ein Willkommensgruß, "Grün ist die Farbe des Willens", ein Aufruf zum Widerstand und zum Kampf, die Vorstellungskraft, das Training, die Einführung, eine Schwachstelle ausgemacht, ein Kontrahent, ein Drehen vor der Greenscreen, ein Mentoring, kaum Erkenntnisse, dafür eine doppelte Bedrohung.

Die anderen namhaften Schauspieler sind etwas fehl am Platze, Robbins vor allem, für Besseres geschaffen, immerhin gibt es eine Art Schauspielführung, besser als das Sfx-Chaos, die bildtechnische Hektik. "Der Wille war immer unsere einzige Waffe.", hier ist der Wille da, das Wissen nicht, es gibt kaum einen Bezugspunkt, abseits einiger aufwändiger 'Erdenszenen'. Dass sich zwei Personen zur gleichen Zeit mit gleichen Problemen auf andere Art und Weise herumschlagen, ist noch das einzig Interessantere am Film, eine Art Criminal Law für wenige Minuten, eine Gegenüberstellung von Protagonist und Antagonist, die noch nichts vom Anderen wissen, aber von ihren eigenen Absichten wissen. Ein drohender Helikopterabsturz auf einer Geschäftsparty offenbart die Möglichkeit und das Wissen darum, es offenbart auch die Möglichkeiten des Filmes, der Kampf zwischen Gut und Böse, die sicher scheinende Tragödie.

Die eingestreute Romanze ist eingangs ähnlich wie bei Superman gehalten, wird aber schnell unterbrochen, hier wird der Held gleich von seiner Flamme erkannt, gottseidankeschön. Auf Campbells Habenseite ist die Verunstaltung, die als Gruselstück abschreckend wirksam genug ist, dazu einige Grausamkeiten, einige Abscheulichkeiten wie Pestbeulen, Hernien und Eiterpusteln, mit der Tendenz hin zu fast Die Fliege, hier nur als angedachter, am kurzen Ende mit Massenszenen nicht geizender Mainstreamfilm.

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