Review

Wer einen weitgehend actionfreien Spionage-Thriller auf höchstem Niveau in Bezug auf komplexe Story, 70er Jahre Feeling, Ausstattung und schauspielerische Leistungen sucht ist bei DAME KÖNIG AS SPION (DKAS) bestens aufgehoben. Wer action-geschwängerte Geheimdienststreifen a la JAMES BOND und ähnliches zu seinen Lieblingsfilmen des Genres zählt wird gegebenenfalls durch die ultra-langsame und zähe Erzählweise etwas irritiert sein. "Substance over Style" könnte der Cineast sagen, aber DKAS hat auch Style, eine typische britische düstere und unterkühlte Atmosphäre in der jedes Detail stimmt.

Der fast als Gegenentwurf zu klassischen Spionage-Thrillern entworfene Film überzeugt durch extrem routinierte Leistungen in jeder Beziehung, auch wenn man gedacht hat das die engl. Serie mit Alex Guinness nicht erreicht werden könnte. Die Story hier nur kurz skizziert ohne etwas zu verraten (OHNE SPOILER!): Der britische Geheimdienst unter der Leitung von Control (John Hurt) wird nach einem Fehlschlag in Budapest aufgelöst. Aber nur kurz später wird er von Oliver Lacon (Simon McBurney) wieder ins Leben gerufen. Es soll sich ein Maulwurf des KGB in den eigenen Reihen befinden und ein komplexes Agenten Katz- und Maus-Spiel beginnt sich zu entfalten.........

Allein Gary Oldman als George Smiley ist den Film wert. Dieser agiert extrem intensiv und kontrolliert und läßt trotzdem durch u.a. minimalistische Mimik wie Mundwinkelzucken die Zuschauer an seiner Gefühlswelt teilnehmen. Keine Szenen mit wüsten Schießereien oder Verfolgungen trüben das Einlassen auf diesen sehr storyverliebten Genre-Klassiker mit Anlehnung an die entsprechende Buchvorlage. Aber aufgepasst: Der Funke springt nur über wenn man wirklich bereit ist sich über 2 Stunden wachen Geistes und bedingungslos auf die manchmal fast zeitlupenhafte Dramaturgie einzulassen. Wer dazu in der Lage und willens ist, wird mit einem stilistischen Meisterwerk der Extraklasse belohnt.

7/10 Doppelagenten....äh,....Punkten

Details
Ähnliche Filme