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Armando Alvarez (Will Ferrell) ist der gutherzige, aber einfältige Sohn des wohlhabenden mexikanischen Großgrundbesitzers Miguel Ernesto Alvarez. Er hat einen schweren Stand bei seinem Vater, denn dieser gibt ihm die Schuld am Tod der Mutter, den der kleine Armando tatsächlich unabsichtlich tatsächlich ausgelöst hat. Doch dann taucht der beliebte Bruder Raul (Diego Luna) mit seiner sexy neuen Verlobten Sonia (Genesis Rodriguez) auf – doch hinter seiner strahlenden Fassade wird Armando schnell klar, dass Raul Drogengeschäfte plant und im Clinch mit dem lokalen Drogenboss Onza (Gael Garcia Bernal) liegt. Als dann auch noch Sonia Armando schöne Augen macht, ist das blutige Chaos perfekt…

Wow, was ein bizarrer Film. Ein schräger Hybrid aus Gangsterfilmen im Stil von Tarantino oder Rodriguez, gemixt mit viel mexikanischen Telenovelas und Sangeseinlagen und sowie etwas Mystik (der weiße Berglöwe!!) und dabei komplett auf Spanisch.

So kam er auch in die US-Kinos und es ist in der Tat irritierend, Will Ferrell recht passable Spanisch sprechen zu hören und gegenüber den korrupten DEA-Beamten spricht er auch kein Englisch. Am Anfang, im bombastischen Vorspann, schmettert Christina Aguilera vom „Casa de mi padre“, aber der Elan dieses Tracks wird leider nicht durchgehalten und so stolpert Regisseur Matt Piedmont auch über die ganzen Zutaten des Films, die leider nicht zu einem halbwegs harmonischen Ganzen zusammenkommen. Er ist weder richtig spannend noch wirklich kontinuierlich witzig genug, um zu überzeugen. Es gibt einige brillante Szenen (die po-lastige Liebesszene zwischen Sonia und Armando zum Beispiel) und gerade Will Ferrell und Gael Garcia Bernal genießen ihre schrägen Rollen und ihre Spielfreude ist geradezu ansteckend, aber leider verpuffen viele Gags.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir Mitteleuropäer manche Anspielungen auf die mexikanischen Schmalzfilme nicht kennen – immerhin ist der gemeinsame Gesangsauftritt von Ferrell und Genesis Rodriguez beim Abspann sehr schön und stilvoll 60er-Jahre-mäßig.

Insofern eine amüsante Abwechslung mit einigen brillanten Ideen, aber auch mit Leerlauf und sinnlosen Einlagen, denn Humor mit Gewalt zu kombinieren, ist eh mitunter dubios, aber dann müssen es auch so Könner wie Quentin T. oder Robert R. machen. Und wenn man dann an den grausamen Drogen-Bürgerkrieg in Mexiko denkt, ist es nochmal seltsamer.
6/10.

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