Der italienische Horrorfilm ist nach Fulci, Bava und den eher schwächeren Werken von Argento ein wenig in den Hintergrund geraten, was sich mit dem Debüt von Edo Tagliavini wohl auch nicht ändern wird. Seine etwas krude Mixtur kommt viel zu spät in Gang und schafft es erst, während der letzten halben Stunde noch so etwas wie Horroratmosphäre zu verbreiten.
Die Journalisten Sandra und Tony sollen einen Backstage Report über den Dreh eines Pornos abliefern, ausgerechnet dort, wo Sandras Zwillingsschwester vor fünfzehn Jahren gemeinsam mit ihren Eltern im Wald ermordet wurde. Kurz nach der Ankunft am Set scheint es mit den Morden erneut loszugehen…
Der temporeiche Einstieg thematisiert die Geschehnisse in Sandras Kindheit, als sie mit ihrer Schwester Verstecken spielt und der Killer dazwischen funkt. Das Setting ist stimmig, die Kamera mit einigen ungewöhnlichen Perspektiven angenehm variabel und auch die kurzen Gewalteinlagen machen Lust auf mehr. Doch leider nimmt die anschließende Vorstellung des Filmteams unter Regisseur Klaus Kinki (!) zuviel Zeit in Anspruch, Interviewfetzen sind gar unnötig, während der eigentliche Dreh erwartungsgemäß prüde inszeniert ist. Lediglich Sandras Visionen halten das Geschehen noch einigermaßen aufrecht.
Als es endlich mit den Morden losgeht, sind beinahe 40 Minuten vergangen und dann überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Leute sterben und mutieren zu Untoten, das Ratespiel um den Killer erhält mehrere kleine Wendungen und die kleinen Spezialeffekte inklusive passablen Make-ups sehen besser aus, als es das minimale Budget von 300.000 Euro vermuten ließe. Zudem gesellen sich ein paar sauber inszenierte Gewalteinlagen, welche von Organentnahme, aufgeschnittenen Bauch, über einen zertrümmerten Schädel bis zu einem Biss in den Hals reichen.
Leider gibt es für die Zombies nur unzureichende Erklärungsansätze und auch die Auflösung, wer nun hinter den Morden steckt, bietet keine größere Überraschung. Dennoch vermag der Showdown aufgrund des passablen Tempos und den düsteren Sets noch ein wenig vom schwachen Vorlauf kaschieren und auch der Ausgang stimmt einigermaßen zuversichtlich.
Tagliavini bietet mit seinem Erstling eine ungewöhnliche Mischung, welche irgendwo zwischen Slasher, Mystery und Zombiefilm angesiedelt ist, jedoch in keinem der Punkte wirklich überzeugen kann. Denn dafür nimmt die Handlung zu hanebüchene Verläufe an, die Mimen chargieren gerade mal auf brauchbarem Niveau, lediglich die Effekte können sich durch die Bank sehen lassen. Für ein Debüt mit vergleichsweise lachhaft geringen Produktionskosten okay, vom Unterhaltungswert her jedoch maximal Mittelmaß, eher darunter.
4 von 10