Desperado – Der geheimnisvolle Rächer (Il magnifico Texano)
Italien/Spanien 1967
Regie: Luigi Capuano
Am Ende keine wirklich große Überraschung mehr.
Der kleine Manuel Lopez muss hilflos mit ansehen, wie das Anwesen seiner Eltern gebrandschatzt wird und diese mit allen Bewohnern gemeuchelt werden. Er wird allerdings auch nicht vermisst, da angenommen wurde, dass er bei dem Feuer verbrannte, was ihm Jahre später, als er als El Desperado (Glenn Saxson) zurückkehrt, um gnadenlos Rache zu nehmen, zu Gute kommt. El Desperado ist der Freund und Helfer der Unterdrückten, sein Gesicht kennt niemand, da er immer ein schwarzes Halstuch im Gesicht trägt, um dieses zu verdecken. Ein weiteres typisches Kleidungsstück ist sein grüner Poncho. El Desperado schlägt präzise und gnadenlos zu und verschwindet unerkannt, da er seine Schlupfwinkel und Höhlen zum Verstecken hat und Rückhalt bei den einfachen mexikanischen Peones, die er gegen die amerikanische Oberschicht verteidigt. Dabei trifft er auch seine Jugendliebe Evelyn (Barbara Loy) wieder, die von ihrem Vater, Richter Wilkins (Beni Deus) mit ihrem schmierigen Cousin William (Giorgio Cerioni) verheiratet werden soll. Richter Wilkins beauftragt daher, weil der Sheriff (Luis Induni) keinen Erfolg hat, die Bande um Blackie Stark (Massimo Serato) El Desperado zur Strecke zu bringen.
Bleibt El Desperado unerkannt?
Bringt er die Wahrheit ans Tageslicht?
Wer hat seine Familie ermordet? Kann er seine Rache vollbringen?
Was wird aus Evelyn?
Regisseur Capuano drehte 3 Zorro-Filme und versuchte, diesen Stoff in einen IW zu übertragen. Versuchte ist hier bewusst geschrieben, denn es blieb beim Versuch. Logiklöcher, Übertreibungen (wie kann El Desperado so schnell verschwinden und mir nichts dir nichts plötzlich aus dem Nebenzimmer wieder auftauchen, ohne dass mehrere Banditen nichts bemerkt haben sollen), eine ziemlich einfältige Liebesgeschichte, eine Modenschau in einem IW usw. Dazu die immer gleiche Sandgrube als Kulisse, deren Regenpfützen auch als Grenzfluss zu Mexiko herhalten müssen. Auch Glenn Saxson versucht das Beste aus seiner Rolle zu machen, sieht darin, mit der vielen Schminke im Gesicht, teilweise schon sehr komisch aus. Sein schwächster IW, nur 1 Jahr nach Django – Nur der Colt war sein Freund, einem Highlight des IW. Im Vergleich mit Starblack (Django – schwarzer Gott des Todes) mit einem ähnlichen Inhalt zieht Desperado ganz klar den Kürzeren und ist eher auf dem Niveau von Mit Colt und Maske, allerdings ist dieser Film aus dem Jahr 1964.
Die Filmmusik von Francesco de Masi ist zum Film passend, klingt aber größtenteils „oldschool“.
Ein Film nur für wahre IW Fans, deshalb gerade noch 5 Sterne.
Medium: DVD von Icestorm mit gutem Bild und Ton.