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Nachdem Tobe Hooper mit „The Texas Chainsaw Massacre“ und „Poltergeist“ ziemliche Knaller des fantastischen Filmes abgeliefert hatte, machte er sich 1985 daran, sein Opus Magnum, sein Meisterwerk zu inszenieren. Alles war auf Hit ausgerichtet: Das Drehbuch stammte von Dan O’Bannon, der die Vorlage zu „Alien“ geschrieben hatte und selbst „Return Of The Living Dead“ inszeniert hatte. Für die Spezialeffekte wurde mit Oscarpreisträger John Dykstra ebenfalls ein Profi engagiert, der schon bei den legendären „Krieg der Sterne“-Filmen mitgewirkt hatte. Auch der Score wurde von hochklassigen Musikern übernommen: Henry Mancini und das London Symphony Orchestra zeichneten für die Filmmusik verantwortlich. Wer dies jetzt liest und sich fragt, warum ihm der Titel des Films nicht bekannt ist, der ahnt vielleicht schon, dass das Ergebnis nicht so super ausgefallen ist, wie die Namen der Beteiligten es versprochen haben. Scheinbar haben die (vor allem) durch B-Filme bekannten Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus mit ihrer Produktionsfirma eine Menge Geld in die Hand genommen... und einen B-Film produziert.

Dies liegt zum Einen an der hanebüchenen Story um eine nackte Spacevampirlady (Mathilda May), die London unsicher macht. Nein, es ist kein Porno, auch wenn es so klingt. Abgesehen von den hervorstechenden Merkmalen von Frau May ist die Besetzung überaus farblos. Kaum einen Darsteller, den man von anderen Produktionen kennt, oder ihn in späteren Filmen wiedererkennen würde. Einzig Patrick Stewart in einer Nebenrolle ist bemerkenswert. Na ja, jeder hat mal klein angefangen. Niemand wird als Kapitän der Enterprise geboren. Scherz beiseite. Stewart ist ein gelernter Theaterschauspieler, der sich vor „Star Trek“ klassischen Stoffen gewidmet hat. Wie er in dieses Machwerk geraten ist, wissen wohl nur die Produzenten und er selbst. Die übrige Besetzung ist nicht nur farblos, sondern macht in „Lifeforce“ keinen besonders talentierten Eindruck.

Auch die „tollen“ Special Effects wirken teilweise beinahe lächerlich. Vor allem am Anfang des Films, als die Besatzung des Raumschiffes im All „schwebt“ wirkt dies nicht besonders realistisch. Schwerelosigkeit hat man schon besser gesehen. „Alien“, der ja einige Jahre mehr auf dem Buckel hatte, wirkt im Vergleich zu „Lifeforce“ wesentlich realistischer. Wo wir schon bei „Alien“ sind. Das Cover der DVD preist den Film an mit: „Der furchteinflößendste seit Alien!“ Nichts, aber auch gar nichts wirkt furchteinflößend an diesem Film. Es sei denn man hat Angst vor nackten Brüsten...
Die Opfer der Vampire sehen übrigens den Zombies in „Return Of The Living Dead“ zum Verwechseln ähnlich. Ob Dan O’Bannon einige Requisiten mitgenommen hat? Oder hat er John Dykstra einfach gut auf die Finger geschaut?

„Lifeforce“ dürfte für Trashfans nicht trashig genug sein, während echte Sci-Fi-Fans mit dem an dieser Stelle oft erwähnten „Alien“ eindeutig besser fahren Begann mit „Lifeforce“ der Abstieg von Tobe Hooper? Vielleicht. Fest steht, dass er ca. 10 Jahre nach „Lifeforce“ Horrormüll, wie „The Mangler“ drehen mußte...

Fazit:

2/10

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