Review

SF-Vampirhorror-Agenten-Katastrophen-Liebesfilm aus den Cannon-Studios

Ein kruder Genre-Mix aus den Mittachtzigern von Horrorregisseur Tobe Hooper ("The Texas Chain Saw Massacre"), gedreht in England mit britischen Darstellern, produziert von Cannon Films (!), die unter der Ägide von Yoram Globus und Menahem Golan vor allem durch ihre zahlreichen ultra-patriotischen US-Actionfilme (Chuck Norris!), bekannt wurden.
 Drehbuchautoren waren Dan O'Bannon ("Alien", "Total Recall", "Screamers") und Don Jakoby ("Blue Thunder", "Vampires") - und besonders die ersten, klar der Sci-Fi zuzuordnenden Minuten des Filmes gemahnen in vielem doch sehr an "Alien", die Beschreibung des weiteren Geschehens ist dann kein so einfaches Unterfangen...
Die Macher von "Lifeforce" wollten viel (das Budget war für Cannon-Verhältnisse hoch), letztlich ist das Resultat aber zuviel des (nicht immer) Guten: Lifeforce beginnt als Science-Fiction, wird zu Horrorfilm und Agentenstory, hat dann szenenweise etwas von einer geruhsamen Agatha Christie-Verfilmung, mündet schlussendlich in ein apokalyptisches Katastrophenszenario nach Art der Romero-Zombiefilme - und eine intergalaktische Lovestory mäandert auch noch durch das Spektakel.
Der Film ist gefühlt zu lang (obwohl in meiner DVD-Version sogar wohl gekürzt), da die Spannungskurve gelegentlich in den Keller sackt, und die sprunghafte Story hat wohl seinerzeit auch die Kinozuschauer überfordert (demgemäß nicht mehr allzuviele "Lifeforce" sehen wollten).
Dem entgegen stehen einige erstaunliche Szenen, die man in dieser Form noch nirgendwo anders gesehen hat. Die (teilweise recht drastischen) Effekte wirken etwas antiquiert, haben aber auch ihren Charme (besonders die Puppentricks: leicht zu entlarven, dennoch wirklich beeindruckend). Die apokalyptische Stimmung des Finales geht schon etwas an die Nieren, hier wurde also auch das eine oder andere richtig gemacht... Und das die Macher von "Lifeforce" die schöne Mathilda May minutenlang nackt durchs Bild spazieren lassen, wird sicherlich nicht jeder als nachteilig empfinden.

Resümee: Kruder, ungewöhnlicher Big Budget-Trash, ein Unikum und für Freunde außergewöhnlicher Filme ein gefundenes Fressen. Wirre Handlungssprünge und ein, zwei öde Szenen schmälern das Vergnügen, wofür dann wiederum einige erstaunliche Sequenzen entschädigen.

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