Review

P.S.Y.C.H.O. Productions legen nach - verlieren wir also dazu auch noch ein paar Worte.
Möglicherweise ist den Machern Master W. und Crippler Chris ja aufgefallen, daß das "Geheimnis der Zauberpilze" ein bißchen sehr lang (und -weilig?) geraten war, obwohl ich überzeugt davon bin, daß die beiden und ihre Kumpels ihren Spaß beim Dreh hatten.
Mit "Der letzte Kannibale" also so etwas wie ein Quasi-Fortsetzungsanhängsel des Pilzvorgängers, denn der leicht durchgeknallte Einsiedler ist wieder mit dabei und hat sogar seinen Arm wieder (das waren bestimmt die Riesenpilze, die Schlingel).
Diesmal ist das Werk aber nur 15 Minuten lang, kommt aber um eine zweiminütige (überflüssige, da als DVD-Covertext vorher bekannte) Einleitung nicht herum.
Inhaltlich konzentriert man sich auf ein paar Injokes Marke Backwood trifft Blair Witch, der hier mehrfach zitiert wird (einmal sogar ganz pointiert), wobei sich der Zuschauer auf einen fragmentarischen Trip einstellen muß, denn das Found-Footage-Material wird sozusagen zweifach belichtet präsentiert. Einmal erzählt es die Vorgeschichte des unseligen Trips in den gefährlichen Zauberwald, bei dem die Macher und ihr neuer Kumpel sich ordentlich was auf die Lampe gießen, abkotzen und später noch Döner besorgen, den man mittels einer wunderbaren hasselhoffschen Suff-Nachstellung dann vom Boden knabbert.
Dieser Exzess ist der Auslöser für das angeblich teilweise darüber aufgenommene Material von der letzten Waldwanderung, diesmal mit aktivem Kameramann (der Döner hat ihm also nichts getan), einem Goth-Metaller und dem angeblichen Bruder von Christians Charakter aus dem ersten Teil (auf die Pilzfickszene wird sogar direkten Bezug genommen).
Dazu dann noch Einsiedler und Kannibale, denn in den Wäldern Westfalens ist offenbar ne Menge los.

Leider funktioniert wieder nur der Grundgag der Parodie, der Rest wirkt wie ein Outtake oder eine aufgesparte Idee aus dem "Pilze"-Fundus. Spontan scheint man sich für ein Wochenende was überlegt zu haben und das wurde dann auf DVD gebrannt.
Als Schnellschuß begeistert das sicher Fans, die eine Parodie zu schätzen wissen, aber weder lockt noch mal das akzentlastige Einsiedlergeschwafel, noch wird die Existenz des Kannibalen irgenwie erklärt oder schlüssig in die Geschichte eingebunden. Eine spontane Massenexekution einer Wanderergruppe per MG ist genauso fx-freundliches aber sinnfreies Streckungsmaterial, während man sich ganz am Ende mittels subjektiver FF-Kamera (am Boden liegend) die schlimmsten Gore-Effekte spart und dafür einen Klassiker zitiert.
Die Beteiligten geben sich zwar redlich Mühe, aber leider sieht der Kannibale noch weniger professionell aus also so manches aus der Pilz-Produktion und nur der Gore kann wieder hand-made überzeugen.

Diesen Kurzfilm samt endloser Making-Ofs auf eine Extrascheibe zu bannen scheint eher eine nette Überflüssigkeit zu sein, aber es bleibt die Hoffnung, daß man durch die Erlöse für die Charles-Dickens-Splatterparodie am Weihnachtsabend, die als Nächstes auf dem Plan steht, endlich mal mehr Substanz zur Verfügung gestellt hat: mehr Darsteller und möglicherweise sogar ein stringentes Drehbuch. Da geht noch was. (2/10)

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