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Hervorragende Studie über einen Alkoholiker, der nach einer "erfolgreichen" Entziehungskur in einer edlen privaten Suchtklinik wieder in das alltägliche Leben entlassen wird.
Innerlich entmutigt und psychisch gebrochen versucht Alain wieder an seine Beziehung zu Freunden und Bekannten aus "alten Tagen" anzuknüpfen. Aber nichts ist, wie es einmal war. Sein bester Freund ist mittlerweile verheiratet, hat Familie und den Weg in ein "konservatives Leben" eingeschlagen. Weitere Freunde und Bekannte praktizieren zwar weiterhin einen saloppen Lebensstil, könne aber seine mentale Leere nicht durchbrechen.

Ohne moralischen Zeigefinger oder genretypische Säuferpolemik lässt uns Louis Malle mit ruhigen Einstellungen und eindringlichen Bildern am Niedergang Alains (Maurice Ronet) teilhaben. Einige Szenen werden musikalisch wunderbar durch die melancholischen Klavierstücke Eric Saties unterstrichen. Maurice Ronet in der Rolle des verzweifelnden Trinkers überzeugt durch ein zurückhaltendes und doch intensives Spiel. Angeblich soll er zum Zeitpunkt der Dreharbeiten selbst ein Alkoholproblem gehabt haben, was seiner Darstellung vielleicht zusätzliche Authentizität verleite.

Auch wenn die Thematik nicht jedermanns Sache ist, Louis Malle hat mit DAS IRRLICHT ein Stück großes Kino geschrieben.

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