Review

Manche Filme beeindrucken durch ihre bescheidenen Mittel und glänzen im gleichen Atemzug durch gute schauspielerische Leistungen und eine sehr realistische Story. HOMEVIDEO ist so ein Film bei dem das stets aktuelle Thema des "(Internet)-Mobbing" aufgegriffen und in eine packende und letztlich deprimierende Story gepackt wurde. Durch eine sehr intensive Performance des jugendlichen Protagonisten Jakob (Jonas Nay)sowie dem routinierten Wotan Wilke Möhring als sein Vater ist HOMEVIDEO ein deutsches Drama der Extraklasse mit nur wenigen Schwächen. Zu Recht wurde der Film 2012 mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet !

Die gradlinige Story hier nur kurz skizziert (OHNE SPOILER!): In der Ehe der Eltern des 15-jährigen Jakob kriselt es heftig. Aus der pubertären Unsicherheit heraus findet er Halt in der Verliebtheit zu der Mitschülerin Hannah. Er führt ein Videotagebuch und verewigt seine innersten Gefühle dort. Durch einen dummen Zufall wird dies anderen Schülern zugänglich und die Ereignissen werfen Jakob in eine tiefe Krise.........HOMEVIDEO glänzt durch seinen mega-realistischen Ansatz nicht nur der Hauptstory, sondern auch der Ehekrise der Eltern von Jakob sowie der Darstellung des pädagogischen Kontexts und der Schwierigkeit, die Geschehnisse in einer Schule fair und für alle Seiten angemessen zu behandeln.

Ein schon zu bemerkende Schwäche des Films ist die doch von Anfang an sehr vorhersehbare Story. Leider verrät der Film schon in der ersten Szene das unvermeidliche Ende selbst und lässt keine Spannung in Bezug auf die Eskalation der Ereignisse zu. Dies ist trotzdem nur eine kleine dramaturgische Schwäche die aber weit überstrahlt wird von der Brisanz des Themas sowie der ausserordentlichen schauspielerischen Leistungen des jungen Jakob. Der Film schafft ein unglaublich intensives Identifikationspotential wenn man an seine eigene Jugend zurück denkt und ähnliche Situationen oder Ereignisse reflektiert.

7/10 Punkten

Details
Ähnliche Filme