Ärgerlich, wenn Kampfsportfreunde unter diversen Vorwänden hinters falsche Licht geführt werden und anstatt eines prügelnden Actioners ein fahriges Drama ohne Tiefe vorfinden.
Da dürfte der Titel allenfalls auf Co-Autor und Regisseur Todd Bellanca zutreffen, denn von diesem cineastischen Niederschlag dürfte er sich so schnell nicht erholen.
Einst galt Jack „The Ripper“ Stemmons (Casey T. Evans) als große Hoffnung in der Boxszene von St. Louis. Doch ein Buchmacher (Tom Arnold) manipulierte einen Kampf durch bestochene Ringrichter, woraufhin Jack völlig ausrastete und nach Bangkok floh. Nach sechs Jahren leitet er eine Bar, bis der geheimnisvolle Gast Marcus (Nick Faltas) aufkreuzt und ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert…
Ein wenig Drama darf jeder Actioner enthalten, - schließlich sollen die Protagonisten nicht nur prügelnde Dumpfbacken sein, sondern auch Zwischenmenschliches von sich geben, damit man beim finalen Fight ordentlich mitfiebern kann, doch im vorliegenden Streifen ist alles anders.
Der einzige Kampf, den der geneigte Betrachter zu sehen bekommt, sind vier Runden im Mittelgewicht, die so aus der Distanz gefilmt sind, dass erst gar keine packende Stimmung aufkommt. Und das war es auch bereits mit den Kämpfen, wenn man mal den Straßenraub durch zwei junge Thailänder außer Acht lässt. Also ein kaum erwähnenswerter Anteil an Action.
Der Rest ist allerdings nicht ansatzweise interessant genug, um den Mangel an Bewegung zu kaschieren. Die Rahmenhandlung besteht aus den zwei Männern in der Bar, welche durch unzählige Flashbacks in recht wahlloser Reihenfolge in ihren zähen Dialogen unterbrochen werden. Einerseits die Unterwelt Thailands, mit dubiosen Promotern, Nutten und Geschäftemachern, bei denen ein reges Kommen und Gehen herrscht und andererseits Jacks Vorvergangenheit, welche in Rückblenden zwischen Kindheit beim Onkel und den Ereignissen in St. Louis pendeln, jedoch kaum eine wirkliche Spannungskurve aufweisen.
Dabei lässt sich schon früh ein Zusammenhang zwischen Jack und Marcus feststellen, so dass die finale Pointe rein gar nicht überrascht und auch sonst vermag das Drehbuch keine interessanten Ereignisse einzubringen. Vielmehr wirkt das Ganze wie ein gewollter Noir mit einer Bai Ling, die erst nach einer Stunde auftaucht und in ihren fünf Minuten mehr schlecht als recht chargiert, während eine andere Herzensdame irgendwann ersatzlos aus dem Script gestrichen wird.
Es ist eine einzige Laberei uninteressanter Figuren ohne Tiefe, von denen allenfalls Tom Arnold ein wenig Potential mitbringt, während die anderen Mimen überwiegend hölzern bleiben, was nicht nur durch die leblosen Dialoge unterstrichen wird. Dass Hauptdarsteller Evans zig Kilo für die Rolle zunahm, bekräftigt zwar sein Engagement als Darsteller, doch an seiner Ausstrahlung muss der Knabe noch gewaltig üben, denn gegenüber einem ebenso unbekannten Mimen wie Nick Faltas sieht er in jeder Szene komplett alt aus.
So gibt es ein paar angedeutete, jedoch völlig lahm inszenierte Softsexeinlagen, immerhin fließt bei einem Flashback mit handfestem Ehestreit ein wenig Blut, doch trotz schummeriger Farbgebung und anrüchigen Schauplätzen will einfach keine Stimmung aufkommen, während die exotische Kulisse Thailands lediglich in Ansätzen genutzt wird.
Fatal bleibt jedoch die komplette Irreführung des Betrachters, der auf ein wenig Action hofft und von dieser maximal zwei Minuten erhält. Ein regelrechte Mogelpackung also, von denen sich Actionfreunde weit entfernen sollten, doch auch Freunde düsterer Dramen werden im Stich gelassen, da die Figurenzeichnungen größtenteils ausbleiben, die Interaktionen allenfalls Langeweile erzeugen und am Ende nichts so überraschend ist, wie es das Drehbuch ursprünglich vorgesehen hatte.
Wahrlich ein „Knockdown“, man könnte auch sagen Schlaftablette durch überwiegend sinnfreies Gesabbel…
2,5 von 10