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Als Parodie auf gängige Kung Fu-Filme angedacht, übersteigt “Half a Loaf of Kung Fu” seine Drehzahl schon in der obligatorischen Titelszene hampelnder Kämpfer vor schwarzer Kulisse. Aber einmal oben begonnen, gibt es nur eine Richtung, weiterzumachen: noch weiter hinaus.

Im Resultat sieht der leidgeprüfte Jackie Chan-Komplettist das schlumpfisierte Zerrbild dessen, was unter dem Begriff “Parodie” normalerweise geläufig ist. Das Parodistische beschränkt sich im Wesentlichen auf die außer Kontrolle geratene Miene des Hauptdarstellers, der die Augen verdreht, als hinge sein Leben davon ab, welche am Hinterkopf zu haben. Offenbar beflügelt von dem Wunsch, die mit “Schlange im Schatten des Adlers” und “Sie nannten ihn Knochenbrecher” erfolgte Emanzipation vom Weg Bruce Lee weiterzuführen, darf sich der Star an der neu gewonnenen Freiheit im Übermaß laben. Sein Regisseur lässt ihn unter den Augen von Produzent Lo Wei gewähren, dass die Schwarte kracht. Dabei gibt der Plot, dünn wie eh und je, nichts her, das diese Ambitionen auch nur im Geringsten untermauern könnte.

So wird man Zeuge einer Szene, bei der auch dem tolerantesten Cineasten ob der aus den Fugen geratenen Clownerie die Hutschnur reißt: zwei Herren klopfen an Jackies Tür und wollen ihn einladen, ihrem Club beizutreten, doch fast alles, was sie da Minuten lang machen, ist es, sich im Kichern zu übertreffen. Weggefährte Dean Shek darf derweil als furzender Lulatsch für einen Running Gag herhalten, der schon beim ersten Mal ermüdet. Für Freunde des gepflegten Auf-den-Arm-Nehmens ist das Brachialromantik der radikalsten Sorte, nur anschließend hat man nichts, um sich dran festzuhalten. Aus dem Nichts heraus Stummfilme und Popeye zu zitieren, macht nämlich noch längst keine Persiflage, und so findet sich die “halbe Portion Kung Fu” schnell auf dem Boden des normalen Genrefilms wieder. Willkommen in der Gewöhnlichkeit. Und hier unten gehört er dann auch noch zu den schwachen Vertretern.

Grund dafür sind unausgearbeitete, nahezu sporadische Kampfchoreografien, denen man die mangelnde Aufmerksamkeit sofort ansieht. Selbst der Endkampf schaut nach B-Rolls aus. Eine für Chans Verhältnisse absolute Standardbewegung, der Kick mit dem rechten Fuß hinter den linken gesetzt und die gleichzeitige seitliche Schlagattacke, wird zur Superattacke ausgebaut, und auch wenn diese Erbärmlichkeit der traurigen Wurst von Hauptfigur steht wie angegossen, so wächst diese ja doch nicht in die Kämpfe hinein. Nun kann man selbst das als Anspielung auf Prinzip “vom Schüler zum Meister” verstehen, nur wirken die Kämpfe nicht einfach nur unausgegoren, wie vielleicht im parodistischen Sinne, sondern streckenweise schlichtweg dilettantisch.

Im gleichen Jahr ging’s für Jackie Chan erstmalig ab in die USA. Dort sollte er zwar noch nicht sein Glück finden, aber den Versuch war es wohl dennoch wert. Die Reise könnte ihn von Schludrigkeiten wie der vorliegenden abgebracht und zu jenem Perfektion getrieben haben, die seine 80er Jahre so erfolgreich gemacht haben. Wirklich etabliert hat sich die Kung Fu Comedy erst dann.

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